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Umwelt+Natur

Ein Duft zum Erinnern

Honigbienen können sich auch dann noch nach Tagen an einen Nektargeruch erinnern, wenn sie den Nektar gar nicht selbst gesucht haben. Das haben argentinische Wissenschaftler in Tests herausgefunden. Die Forscher gehen davon aus, dass die Bienen den Nektar innerhalb des Bienenstocks austauschen und so auch diejenigen Bienen den Geruch verinnerlichen, die nicht selbst auf Futtersuche waren.

Die Forscher markierten Bienen eines Bienenstocks und ließen sie über mehrere Tage Nektar mit einem vorgegebenen Geruch aus einem Futterapparat sammeln. Die Bienen brachten den Nektar in den Stock zu unmarkierten Bienen, die niemals selbst Nektar holten. Im Versuch verglichen die Wissenschaftler dann diese unmarkierten Bienen mit Bienen aus einem anderen Stock, der nie mit dem Nektar versorgt worden war. Sie präsentierten die Bienen mit dem Geruch des Nektars und beobachteten ihre Reaktionen. Dabei stellten sie fest, dass Bienen aus dem Stock, der bereits mit dem Nektar versorgt worden war, erheblich stärker auf den Geruch reagierten als Bienen, die nie mit dem Nektar in Berührung gekommen waren.

Nur rund ein Viertel der Bewohner eines Bienenstocks ist mit dem Heranschaffen von Nektar beschäftigt, während die übrigen Bienen Arbeiten innerhalb des Stocks verrichten. Allerdings müssen auch diese Bienen irgendwann auf Futtersuche gehen. Die Forscher vermuten, dass deshalb auch die Bienen, die selbst nicht an der Futtersuche beteiligt sind, über den Geruch vorübergehend auf einen bestimmten Nektar trainiert werden. So könnten die Bienen zum Beispiel die kurze Blütezeit bestimmter Pflanzen optimal für die Nektarausbeute ausnutzen.

Mariana Gil und Rodrigo Marco ( Universität Buenos Aires): Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Vorabveröffentlichung, doi:10.1098/rsbl20050361) ddp/wissenschaft.de ? Christina Schallenberg
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