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Ein Gen macht Druck

Ein einzelnes Gen wirkt sich prägend auf den Blutdruck aus. Das haben amerikanische Forscher bei einer Genanalyse unter Mitgliedern der christlichen Religionsgemeinschaft der Amischen herausgefunden. Demnach haben Menschen mit einer bestimmten Veränderung dieses Gens einen höheren Blutdruck als Menschen, bei denen dieses Gen unverändert ist. Diese Genvariation beeinflusst den Salztransport in den Nieren und wirkt sich dadurch auf die Steuerung des Blutdrucks aus.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass der Blutdruck durch viele verschiedene Gene beeinflusst wird. Einen starken Einfluss hat jedoch das Gen STK39, konnten die Wissenschaftler über eine Genanalyse von 542 Mitgliedern der in den USA als „Amish people“ bekannten Volksgruppe nachweisen. Die Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft stammen von sehr wenigen gemeinsamen Vorfahren ab, die aus der Schweiz und Südwestdeutschland im frühen 18. Jahrhundert ausgewandert waren und sich in Pennsylvania niedergelassen hatten. Aufgrund der nahen genetischen Verwandtschaft der Mitglieder untereinander und dem weitgehend identischen Lebensstil eignet sich diese Gemeinschaft besonders für Genanalysen, erläutert Wang.

Das Gen STK39 enthält den Bauplan für ein Protein, das den Salztransport steuert. Mutiert dieses Gen, verändert sich auch das daraus erzeugte Protein. Diese Veränderungen des Proteins beeinträchtigen den Abtransport des Salzes aus den Nieren: Ein erhöhter Blutdruck ist die Folge, erklärt Wang. Bei einem hohen Salzgehalt ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch der Blutdruck steigt.

Die Forscher hatten beinahe 80.000 Variationen von Basenpaaren im Erbgut der Versuchsgruppe und von vier anderen Volksgruppen verglichen. Bei den Amischen trat diese Veränderung im Vergleich besonders häufig auf. Jedoch konnten die Forscher auch bei den anderen Probanden den Zusammenhang zwischen dem veränderten STK39-Gen und einem erhöhten Blutdruck nachweisen. Die Wissenschaftler schätzen, dass etwa jeder fünfte Mensch europäischer Abstammung Träger dieser Genvariante ist.

Ying Wang (Universität in Maryland) et al.: PNAS (DOI: 10.1073/pnas.0808358106) ddp/wissenschaft.de ? Stefan Pröll
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