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Ein Schwangerschaftshormon könnte Krebsbehandlung vereinfachen

Ein Schwangerschaftshormon könnte zukünftig die Behandlung mancher Tumoren vereinfachen, die sich mit nahezu undurchdringlichen Strukturen aus dem Protein Kollagen umgeben. Diese Kollagen-Strukturen halten Medikamente vom Tumor fern, werden aber offenbar durch das Hormon namens Relaxin erheblich durchlässiger. Amerikanische Wissenschaftler konnten die Stabilität dieser Tumorstrukturen mithilfe einer neuen Methode messen und so den Erfolg des Hormons nachweisen. Über ihre Ergebnisse berichten sie in einer Vorabveröffentlichung der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ (DOI: 10.1038/nm879).

Die Technik, welche die Wissenschaftler um Rakesh Jain vom Allgemeinen Krankenhaus von Massachusetts in Boston (USA) entwickelten, kann zwischen verschiedenen Gewebe- und Proteinstrukturen unterscheiden und ihre Dichte bestimmen. Gemessen wird dabei ein optisches Signal, das bestimmte Moleküle produzieren. Auf diese Weise zeigten die Forscher an Mäusen mit menschlichen Tumoren, dass Relaxin die Kollagenstrukturen rund um die Tumoren aufbricht und damit deutlich durchlässiger macht.

Laut Jain hat die Arbeitsgruppe bereits begonnen, in Tierstudien zu untersuchen, ob das Hormon Relaxin tatsächlich die Zugänglichkeit von Tumoren für Medikamente erhöht. Vorteile des Hormons sind, dass es eine körpereigene Substanz ist und in früheren Studien an Menschen ? mit anderem Behandlungsziel ? sehr wenige Nebenwirkungen gezeigt hat. Jain hofft daher, dass bereits in naher Zukunft erste klinische Versuche mit Relaxin zur Krebsbehandlung starten werden.

Vor einigen Wochen erst konnte ein anderes amerikanisches Forscherteam zeigen, dass Tumoren am Eierstock, die oft besonders schwer zu therapieren sind, ihre Umgebung durch das Abscheiden von Kollagen umgestalten. Auf diese Weise schaffen die Krebszellen sich einen besseren Raum zum Wachstum und sind gegen die Behandlung mit Medikamenten geschützt.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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