Eisenablagerungen in den grauen Zellen bei MS-Patienten entdeckt - wissenschaft.de
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Eisenablagerungen in den grauen Zellen bei MS-Patienten entdeckt

Ein Zuviel an Eisen in der grauen Substanz des Gehirns könnte dafür verantwortlich sein, dass Menschen mit Multipler Sklerose (MS) ein beeinträchtigtes Denk- und Bewegungsvermögen haben. Das haben amerikanische Wissenschaftler mithilfe spezieller Kernspin-Untersuchungen des Gehirns herausgefunden. Das Eisen scheint die graue Substanz zu beschädigen, berichteten die Wissenschaftler auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Neurologischen Vereinigung in San Francisco.

Die graue Substanz ist ein Teil des menschlichen Nervensystems und in der Großhirnrinde zu finden. Ihren Namen verdankt sie den wichtigen Nervenzellkörpern, die sie enthält und die in ihrer Masse grau erscheinen. Im Unterschied dazu werden die weißen Bereiche des Nervensystems als weiße Substanz bezeichnet.

Das Forscherteam um Rohit Bakshi von der Universität in Buffalo (USA) untersuchte nun bei einer Gruppe von MS-Patienten, wie rasch diese eine bestimmte Strecke zu Fuß bewältigen konnten. Eine andere Gruppe wurde auf geistige Fähigkeiten wie ihr Erinnerungsvermögen hin überprüft. Die Ergebnisse verglichen die Forscher mit Kernspin-Aufnahmen des Gehirns, auf denen die Ablagerungen des Eisens in der grauen Substanz zu erkennen waren.

Die Resultate zeigten deutlich eine Verbindung zwischen Veränderungen der grauen Substanz und einer Beeinträchtigung im Denken und in der Bewegung, erklären die Forscher. Woher das Eisen stamme, sei noch nicht klar. Möglicherweise gelange es durch eine defekte Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn. Weitere Untersuchungen sollen diese und weitere Fragen beantworten, erklären die Wissenschaftler. Künftige Therapien könnten beispielsweise versuchen, die Eisenablagerung zu verhindern.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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