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Erbgut des Typhus-Erregers entschlüsselt

Ein Forscherteam aus Großbritannien, Dänemark und Vietnam hat das vollständige Erbgut zweier Salmonellenstämme entschlüsselt. Der letale Stamm führt beim Menschen zu Typhus. Salmonella Typhi ist bereits gegen zahlreiche Antibiotika resistent und nahezu unbehandelbar. Der zweite Stamm führt lediglich zu einer starken und selten tödlichen Darmerkrankung. Die Forscher wollen durch einen Vergleich der genetischen Eigenschaften die Gefährlichkeit des Typhuserregers ergründen. Die Forscher hoffen, dass das Genom den Weg zu neuen Behandlungen und einer Impfung ebnet, so ihr Bericht in Nature.

Über drei Jahre arbeiteten 41 Wissenschaftler an der Entschlüsselung des Genoms. Die Gruppe um Julian Parkhill vom Sanger Centre in Cambridge entzifferte das Genom des Bakteriums Salmonella enterica, Variante Typhi CT18. Der Erreger ist für jährlich 16 Millionen Typhusfälle verantwortlich. Davon enden 600.000 tödlich. Typ CT18 wurde in Vietnam isoliert. „In Vietnam sind bereits 90 Prozent der Stämme auf einen Großteil der Medikamente resistent, auch gegen jene, die erst kürzlich entwickelt wurden“, erklärte Jeremy Farrar von der University of Oxford-Wellcome Trust Clinical Research Abteilung.

Das Team um Michael McClelland vom Sidney Kimmel Krebszentrum in San Diego sequenzierte das Erbgut der Variante Typhimurium LT2. Der Erreger führt beim Menschen zu einer Magen-Darm-Entzündung. „Wahrscheinlich gibt es weltweit 100 Mio. Fälle pro Jahr“, so McClelland. Bei Mäusen führt Typhimurium LT2 lediglich zu einer typhusartigen Erkrankung, daher werden Labormäuse für die Salmonellenforschung herangezogen.

Ein erster Vergleich der Gensequenzen hat bereits gezeigt, dass dem gefährlichen Stamm Typhi Gene fehlen. Laut Forschern enthalten diese wahrscheinlich einen Teil des Codes von Proteinen, die bei anderen Stämmen vom Immunsystem erkannt werden. Das Immunsystem verhindere vermutlich folglich die Verbreitung des Bakteriums im Körper. Während sich harmlose Typhimurium-Stämme auf den Darm beschränken, breitet sich die Typhi-Variante auf Leber, Knochenmark und Milz aus. Zusätzlich entdeckten die Forscher 50 bisher unbekannte Gene in der Typhimurium-Sequenz, die den Code für Proteine an der Oberfläche des Bakteriums liefern. Diese gelten als potenzielle Impfstoffe und Basis für Medikamente.

pte
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