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Erstes Maultier geklont

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Idaho Gem, das erste geklonte Maultier, wurde am 4. Mai 2003 geboren. (Foto: University of Idaho-Phil Schofield © 2003)
Amerikanische Wissenschaftler haben erfolgreich das erste Maultier geklont. Damit ist es erstmals gelungen, ein pferdeartiges Tier zu klonen. Ihre Technik stellen die Forscher um Gordon Woods von der Universität in Idaho im Fachmagazin „Science“ vor (Online-Vorabveröffentlichung vom 29. Mai, zdoi;10.1126/science.1086743).

Bisherige Versuche, Pferde und nahe Verwandte zu klonen, schlugen fehl. Die Wissenschaftler um Woods entdeckten nun, dass Pferdeeizellen ungewöhnlich hohe Konzentrationen an Kalzium brauchen. Sie erhöhten daraufhin die Kalzium-Konzentration in dem von ihnen verwendetem Kultur-Medium und konnten so erstmals erfolgreich Embryonen im Reagenzglas heranziehen.

Zum Klonen übertrug das Forscherteam die Kerne von Körperzellen eines 45 Tage alten Maultier-Fötus auf die Eizellen von Stuten und erzeugte so insgesamt 334 Embryonen. Davon pflanzten sie 305 erfolgreich in Leihmütter ein. Allerdings konnte eine Schwangerschaft nur mit Embryonen aus einem Medium mit erhöhter Kalzium-Konzentration länger als 45 Tage aufrecht erhalten werden.

Nach etwas mehr als zwölf Monaten wurde dann am 4. Mai das erste gesunde Maultier geboren. Es wog nach der Geburt 49 Kilogramm und erhielt den Namen „Idaho Gem“. Das Tier hat sich seit seiner Geburt normal entwickelt.

Maultiere sind Hybride, die bei der Kreuzung einer Pferdemutter mit einem Esel als Vater entstehen. Sie sind steril, was bedeutet, dass sie sich selbst nicht weiter fortpflanzen können. Ihre Sterilität beruht auf der ungeraden Anzahl von 63 Chromosomen, die bei der Keimzellenbildung zu Fehlern führt. Die Technik des erhöhten Kalzium-Spiegels könnte auch beim Klonen anderer steriler Hybride oder bedrohter Tierarten zum Erfolg führen, hoffen die Forscher.

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ddp/bdw ? Christine Harbig
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