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Essbare Impfstoffe sollen dritter Welt helfen

Impfstoffe, die mit Nahrungsmitteln wie Reis oder Salat aufgenommen werden, könnten Injektionen künftig ersetzen. Erste Ansätze dazu sind Forschern um den Virologen Steve Wesselingh vom Macfarlane Burnet Institute for Medical Research and Public Health in Melbourne jetzt beim Masern-Virus gelungen.

Die Forscher berichten im Journal of Virology (Bd. 76, S. 7910 -7912), dass es Ihnen gelungen ist, Mäuse mit Hilfe genveränderter Tabakpflanzen und einem DNA-Impfstoff gegen die Masern immun zu machen. Die Forscher spritzten den Mäusen zunächst den DNA-Impfstoff, der Muskelzellen der Nager dazu brachte, ein virales Protein zu produzieren. Das Immunsystem der Mäuse produzierte daraufhin Antikörper gegen das Virus. Drei Wochen später wurden die Mäuse mit gentechnisch verändertem Tabak gefüttert. Die Pflanzen waren so verändert worden, dass sie das gleiche Virus-Eiweiß produzierten, der auch in dem Impfstoff enthalten war. Die Forscher stellten fest, dass die Mäuse so viele Antikörper produziert hatten, dass sie als immun gegen die Krankheit gelten konnten.

Die Masern gehören zu den ansteckendsten Virus-Krankheiten und töten pro Jahr 800.000 Menschen, vor allem afrikanische Kinder. In Industriestaaten wird Kindern zwischen dem ersten und dem fünften Lebensjahr ein abgeschwächter Lebend-Impfstoff injiziert. Ein Impfstoff, der einfach mit der Nahrung aufgenommen werden kann, könnte die Immunisierung der Bevölkerung in Dritte-Welt-Ländern deutlich erhöhen, da weder Fachpersonal noch saubere Spritzen noch elektrischer Strom zur Kühlung des empfindlichen Lebend-Impfstoffes vorhanden sein müssen.

Auch bei Krankheiten, für die lebenslang Wiederholungsimpfungen notwendig sind, wären essbare Impfstoffe eine gute Alternative, schreiben die Forscher.

Ute Kehse
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