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Fehlendes Eisen lässt die Beine tanzen

Zu wenig Eisen in Zellen des Mittelhirns könnte eine Ursache des so genannten Restless-Legs-Syndroms (RLS) sein. Der Mangel bringt offenbar die Signalübertragung aus dem Gehirn durcheinander, denn Eisen spielt eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Dopamin ? einem Botenstoff, der Signale aus dem Gehirn unter anderem an den Bewegungsapparat weiterleitet. Das berichteten Wissenschaftler um James R. Connor vom Penn State College für Medizin in Hershey auf der Konferenz der Gesellschaft für Neurowissenschaften in San Diego.

Die Wissenschaftler hatten einen Teil des Dopamin-Stoffwechsels genauer unter die Lupe genommen: die Produktion und Aktivierung des Enzyms Tyrosin Hydroxylase (TH). Es steuert die Herstellung von Dopamin. Bei Eisenmangel wird es in großen Mengen aktiviert, wie Versuche an menschlichen Zellen und Ratten zeigten. Allerdings bildet sich dadurch nicht wie erwartet mehr Dopamin. Hierzu ist offenbar außer dem Enzym auch Eisen notwendig. Die Zelle bekomme ein Signal, dass Dopamin gebraucht werde, also produziere sie aktives TH, erklärte Connor. Die Aktivität des Enzyms werde aber eingeschränkt, weil Eisen fehlt.

Die Forscher wollen nun die Behandlung von RLS mit der Gabe von Eisen und Dopamin testen, um so die richtige Balance zwischen den beiden Substanzen zu finden. Bisher behandeln Mediziner das RLS meist mit Medikamenten, die ursprünglich gegen Parkinson entwickelt wurden, also dem Körper nur zusätzliches Dopamin liefern.

Das Restless-Legs-Syndrom betrifft fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, meistens Frauen. Sie leiden unter unangenehmen Kribbeln und ziehenden Schmerzen in den Beinen, bis hin zu einer allgemeinen motorischen Unruhe. Meist treten die Beschwerden gegen Abend und nachts auf und verursachen dadurch Schlafstörungen.

ddp/bdw ? Barbara Witthuhn
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