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Fett macht Arterien schlaff

Ein internationales Forscherteam hat ein Enzym identifiziert, das eine Schlüsselrolle bei Gefäßerkrankungen durch fettreiche Ernährung spielt: Die so genannte 5-Lipoxygenase setzt Entzündungshormone frei, die Wände von Blutgefäßen schwächen. Dadurch sacken diese dann nach außen, und es bilden sich in der Arterie beulenförmige Ausbuchtungen, so genannte Aneurysmen. Über ihre Studie an Mäusen berichten die Wissenschaftler um Andreas Habenicht von der Universität Jena in der Fachzeitschrift Nature Medicine (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nm1099).

Aneurysmen sind häufige Komplikationen bei Arteriosklerose, einer chronischen entzündlichen Veränderung der Arterien. Was jedoch genau zur Bildung dieser ballonartigen Aussackungen führt, war bislang nicht bekannt. Ein Schlüsselfaktor ist ? zumindest bei Mäusen ? offenbar das entzündungsregulierende Enzym 5-Lipoxygenase, entdeckten Habenicht und seine Kollegen nun.

Die Wissenschaftler fanden bei Mäusen, die sehr fettreich und mit hohem Cholesteringehalt ernährt worden waren, eine deutliche Häufung von Fresszellen an den Wänden geschwächter Arterien. Diese Fresszellen, die vom Immunsystem losgeschickt werden, um Eindringlinge zu bekämpfen, enthalten große Mengen 5-Lipoxygenase. Die von diesem Enzym produzierten Entzündungshormone, die so genannten Leukotriene, lösen eine Entzündung der Gefäßwand aus, wodurch diese durchlässig und damit auch weniger stabil wird. Die Folge: Es bilden sich Aneurysmen. Schalteten die Wissenschaftler das für die Bildung von Lipoxygenase zuständige Gen aus, entstanden auch keine der Gefäßausbuchtungen mehr.

Habenicht und seine Kollegen wollen als nächstes überprüfen, ob auch beim Menschen ein Zusammenhang zwischen fettreicher Ernährung und verstärkter Lipoxygenase-Aktivität besteht. Erste Untersuchungsergebnisse an einer Zellkultur und einigen Arteriosklerose-Patienten deuteten bereits stark auf einen solchen Zusammenhang hin, schreiben die Forscher.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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