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Finnische Studie: Strahlung von Mobiltelefonen kann menschliche Zellen negativ beeinflussen

Die von Mobiltelefonen ausgehende elektromagnetische Strahlung könnte für den Menschen schädlicher als bisher angenommen sein. Dies ist das Ergebnis einer Zellkulturstudie der finnischen Strahlungs- und Atomsicherheitsbehörde. Die elektromagnetische Strahlung von Mobiltelefonen führt der Studie nach zu einer Ausdünnung der Wände von Blutgefäßzellen. Sollte dieser an Kulturen im Labor beobachtete Effekt auch in menschlichen Organismen vorkommen, so würde dies die Funktion der Blut-Gehirn-Schranke stören ? Kopfschmerzen, Müdigkeit und eventuell sogar Alzheimer ähnliche Erkrankungen könnten die Folge sein.

Die unter der Leitung von Darius Leszcynski durchgeführte Studie untersuchte die Einflüsse der elektromagnetischen Strahlung auf Kulturen menschlicher Zellen ? und daher sind die Ergebnisse nicht direkt auf einen lebenden Menschen übertragbar. Auf diesen Umstand legte Leszcynski in seiner in dem englischen Nachrichtendienst BBC abgedruckten Vorbericht der Studie besonderen Wert.

Die Ergebnisse der Studie sind in der Tat alarmierend: Selbst die niedrigen Strahlungsdosen moderner, strahlungsarmer Mobiltelefone führten zu einer Ausdünnung der Wände menschlicher Blutgefäßzellen. Dadurch könnten für das menschliche Gehirn schädliche Moleküle aus dem Blutkreislauf die Blut-Gehirn-Schranke überwinden und im Gehirn Schaden anrichten. Hinzu kommt, dass eine an lebenden Ratten durchgeführte Studie zu ähnlichen Ergebnissen kam. Die genauen Details seiner Arbeit will Leszcynski auf einer Fachkonferenz in Quebec in den nächsten Wochen vorstellen.

Die Verringerung der von Mobiltelefonen ausgehenden elektromagnetischen Strahlung ist seit langem ein aktives Forschungsfeld in der Telekommunikation. So kann etwa die Abstrahlcharakteristik der Telefonantennen mittels photonischer Kristalle beeinflusst werden, so dass ein Großteil der Strahlung von dem menschlichen Körper weg ausgestrahlt wird.

Verbraucherschutzgruppen in aller Welt haben daher in aller Regel Mobiltelefone als nicht akut gefährlich für die menschliche Gesundheit eingestuft ? obwohl Studien bis jetzt nur an nichtmenschlichen Zellen durchgeführt wurden. Die finnische Studie ist damit die erste ihrer Art.

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Stefan Maier
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