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Flachlandtiroler mit Rüssel

Elefanten mögen keine Berge: Wann immer sie können, vermeiden sie auf ihren Wanderungen Wege mit Steigungen. Das hat ein internationales Forscherteam entdeckt, als es mithilfe von GPS-Sendern die Wanderungen afrikanischer Elefanten in Kenia verfolgte. Schuld an dieser Abneigung ist wahrscheinlich der hohe Energieaufwand, den die schweren Tiere bei Bewegungen auf bergigem Terrain betreiben müssen. Demnach verbraucht ein Vier-Tonnen-Elefant beim Klettern 25-mal mehr Energie als für die gleiche Strecke auf ebener Erde. Die Ergebnisse sollen helfen, das Wanderverhalten der Tiere besser zu verstehen und sie so besser schützen zu können, schreiben die Forscher.

Die Wissenschaftler um Fritz Vollrath konzentrierten sich in ihrer Studie auf ein Gebiet im zentralen Kenia, das insgesamt 32.000 Quadratkilometer umfasst und auf dem schätzungsweise 5.400 Elefanten leben. Wo sich die Tiere bevorzugt aufhalten, konnten die Forscher dabei anhand der GPS-Daten beobachten: Wie schon in anderen Studie beschrieben, nutzten die Elefanten auch hier hauptsächlich bestimmte Areale, so genannte Hot Spots, die untereinander durch festgelegte Wege verbunden sind. Diese Korridore verlaufen meist durch Gebiete, die ansonsten von den Dickhäutern gemieden werden.

Eine mögliche Erklärung für dieses Verhalten fanden die Wissenschaftler, als sie die Elefantenrouten mit dem Höhenprofil der Landschaft verglichen: Je stärker in einem Bereich die Steigung des Bodens war, desto seltener waren dort Elefanten anzutreffen. Das galt selbst dann, wenn das hügelige Areal ein besseres Nahrungsangebot bereithielt als die ebenen Strecken in der Nähe ? ein Hinweis darauf, dass die Abneigung der Tiere gegen bestimmte Gebiete tatsächlich von der Bodenbeschaffenheit und nicht von anderen Faktoren wie Feuchtigkeit oder Vegetation geprägt wird, schreiben die Forscher.

Tatsächlich ist Klettern für einen Elefanten extrem energieaufwändig, zeigt eine Berechnung der Wissenschaftler: Um ein Tier mit einem Gewicht von 4.000 Kilogramm einen einzigen Meter in die Höhe zu wuchten, benötigen die Muskeln etwa 100 Kilojoule oder 25 Kilokalorien zusätzlich. Einen Hügel von 100 Metern Höhe zu erklimmen, kostet einen solchen Elefanten demnach 2.500 Kilokalorien und damit eine Energiemenge, für die er eine halbe Stunde lang intensiv fressen müsste. In Kombination mit Gefahren wie dem erhöhten Verletzungsrisiko, einem potenziellen Wassermangel oder dem Risiko einer Überhitzung beim Klettern sorgt dieser immense Energieaufwand dafür, dass Elefanten Steigungen meiden, wo immer es geht, schließen die Forscher. Sie vermuten sogar, dass diese Abneigung auch die Wahrnehmung der Tiere prägt und sie Steigungen sehr viel deutlicher sehen als leichtere Tiere.

Fritz Vollrath (Universität Oxford) et al.: Current Biology, Bd. 16, S. R527 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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