Fledermäuse als Anzeiger für den Klimawandel - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Umwelt+Natur

Fledermäuse als Anzeiger für den Klimawandel

Fledermäuse könnten einmal als sensible Klimabeobachter dienen: Ein britisch-kanadisches Forscherteam hat ein Modell entwickelt, mit dem sich vorhersagen lässt, ob eine Fledermausart im Klima eines bestimmten Landstrichs überwintern und damit überleben kann. Wenn sich eine Art beispielsweise nach Norden ausbreitet, könnte das auf einen Temperaturanstieg hindeuten. Ihr Modell stellen die Forscher im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 418, S. 313) vor.

Ohne ausreichende Fettreserven überlebt die Mausohrfledermaus Myotis lucifugus den Winter nicht. Da sie im Winter keine Nahrung aufnimmt, sondern Winterschlaf hält, muss sie sich vorher schon einen Speicher an Körperfett anlegen. Wie groß dieser interne Speicher sein muss, um ein Überleben zu garantieren, ist abhängig von Faktoren wie der Umgebungstemperatur und dem Stoffwechsel.

Mit diesem Wissen erstellten Murray M. Humphries von den Universitäten Aberdeen (Großbritannien) und Alberta (Kanada) und seine Kollegen ein bioenergetisches Modell, das Prognosen über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verbreitung von Winterschlaf haltenden Arten ermöglicht. Tiere, die solche energetischen Extremsituationen durchstehen müssen, eigneten sich gut als lebende Anzeiger für den Klimawandel, erläutert Humphries. Da die untersuchten Mausohrfledermäuse sehr schnell ihr Verbreitungsgebiet ändern können, würden sie auch auf kurzfristige Klimaänderungen reagieren.

Myotis lucifugus ist die am häufigsten vorkommende Fledermaus in den Vereinigten Staaten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Nordamerika, Südkanada und den südlichen Teil von Alaska. Die Fledermaus ernährt sich von Insekten und kann wildlebend bis zu 33 Jahre alt werden.

ddp/bdw – Tanja Fabsits
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Teich|mu|schel  〈f. 21; Zool.〉 im Schlamm von Teichen lebende Muschel: Anodonta cygnea

Kar|bo|na|do  〈m. 6; Min.〉 grauschwarze Abart des Diamanten [<span. carbonado ... mehr

con mo|to  〈Mus.〉 bewegt (zu spielen) [ital., ”mit Bewegung“]

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige