Forscher erproben Geschmackstests für potenzielle Alkoholiker - wissenschaft.de
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Forscher erproben Geschmackstests für potenzielle Alkoholiker

Kinder von Alkoholikern ziehen süße Speisen salzigen eher vor und nehmen saure Geschmacksrichtungen intensiver wahr. Das zeigt eine Studie, die amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Alcoholism: Clinical & Experimental Research“ (Juniausgabe) vorstellen.

An der Studie nahmen 112 Nicht-Alkoholiker im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil. 67 von ihnen hatten einen alkoholabhängigen Vater. Die Wissenschaftler um Henry Kranzler von der Universität in Farmington (USA) gaben allen Teilnehmern eine Reihe von salzigen und sauren Lösungen zu trinken und befragten sie nach ihren Vorlieben und der Intensität des Geschmacks.

Dabei bewerteten die Verwandten von Alkoholikern den Geschmack salziger Lösungen als deutlich weniger angenehm als die Versuchspersonen aus der Kontrollgruppe. Ebenfalls als weniger positiv bewerteten sie saure Lösungen, die sie zudem intensiver wahrnahmen.

Wie es zu den Unterschieden im Geschmacksempfinden kommt, ist den Forschern noch unklar. Unter Umständen hätten die vorbelasteten Probanden bestimmte genetische Veränderungen von ihren Vätern geerbt, die ihre geschmackliche Wahrnehmung beeinflussen, meint Kranzler. Doch diese Vermutung müsste noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Frühere Studien hatten bereits den Zusammenhang von süßen Vorlieben und späterem Alkoholismus gezeigt ? wiederum bei Menschen mit mindestens einem Alkoholiker in der Familie. Da die Bevorzugung bestimmter Geschmacksrichtungen angeboren ist, kann sie bereits kurz nach der Geburt gemessen werden. Geschmacksempfindungen allein würden jedoch zur Vorhersage einer Alkoholabhängigkeit nicht ausreichen, erklären die Wissenschaftler. Gleichzeitig müssten beispielsweise bestimmte Charakterzüge vorhanden sein.

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ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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