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Forscher lassen Mäusen neue Haare wachsen

Neues Haar in nur fünfzehn Tagen: Amerikanische Forscher haben Mäusen eher durch Zufall zu neuen Haaren verholfen. Die Wissenschaftler verstärkten kurzfristig die Bildung eines bestimmten Proteins in den Mäusen, das auch bei der Entstehung von Hautkrebs eine Rolle spielt. Doch statt Tumoren wuchsen den Mäusen Haare, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Genes and Development (Ausgabe vom 15. Mai) berichten.

Das Protein namens beta-Catenin ist Wissenschaftlern längst bekannt. Geläufig war ihnen auch, dass beta-Catenin an Prozessen wie dem embryonalen Haarwachstum und der Entstehung von Krebs beteiligt ist. Die Wissenschaftler um David Van Mater von der Universität von Michigan in Ann Arbor (USA) erhöhten nun die Konzentration des Proteins in den Mäusen nur für kurze Zeit.

Sie erreichten damit, dass sich große Mengen der so genannten Haarfollikel, der Entstehungsorte von Haaren, in den erwachsenen Tieren bildeten. Haarfollikel sind wie eine Art „Mini-Organ“, erklärt Van Mater. Sie bestehen aus mehreren Zellen, folgen jedoch anders als die übrigen Organe einem Zyklus von Wachstum, Rückgang und Ruhepausen.

Eigentlich hatten die Wissenschaftler überhaupt nicht vor, sich um das Haarwachstum der Mäuse zu kümmern. Sie wollten wissen, ob das Wachstum von Tumoren an- und wieder abgeschaltet werden kann, wenn erst mehr und dann wieder weniger beta-Catenin im Körper vorhanden ist. Aber, so Van Mater: „Wir sahen niemals Tumoren.“

Noch ist es jedoch zu früh für Kahlköpfe, sich auf eine baldige neue Haarpracht zu freuen. Davor stehen noch eine Reihe an Versuchen, da die Menge an beta-Catenin im Körper sehr genau reguliert werden muss: Ein Zuviel könnte unter Umständen doch zur Entstehung von Tumoren in den Haarfollikeln selbst oder in anderen Organen des Körpers wie der Leber führen.

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ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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