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Forscher: Masturbieren beugt Prostatakrebs vor

Regelmäßiges Masturbieren verringert bei Männern die Gefahr von Prostatakrebs, vermuten australische Forscher. Über das Ergebnis einer entsprechenden Studie berichtet das Magazin New Scientist (19. Juli, S. 15).

Der Mediziner Graham Giles vom Viktoria-Krebsrat in Melbourne und sein Team befragten über tausend Männer mit Prostatakrebs nach ihren sexuellen Gewohnheiten und verglichen die Antworten mit denen von gesunden Männern. Aus den Umfrageergebnissen errechneten die Forscher, dass Masturbieren das Risiko von Prostatakrebs um bis zu einem Drittel verringert. Vor allem regelmäßige Selbstbefriedigung im Alter von 20 bis 30 Jahren habe demnach einen schützenden Effekt.

Bisher sind Mediziner vom Gegenteil ausgegangen, da frühere Studien ergeben hatten, dass das individuelle Risiko für Prostatakrebs durch häufigen Geschlechtsverkehr um bis zu vierzig Prozent ansteigt. Giles und seine Kollegen vermuten jedoch, dass Belastungen der Prostata durch Infektionen während des Verkehrs der Grund für diesen Anstieg sind. Bei Masturbation besteht diese Gefahr jedoch nicht.

Über die genaue Ursache der schützenden Wirkung von Selbstbefriedigung können Giles und seine Kollegen jedoch nur Vermutungen anstellen. So wäre möglich, dass mit dem Ejakulat auch krebserregende Verbindungen den Körper verlassen. Die Prostata reichert Stoffe aus dem Blut an, um das Ejakulat mit einer hinreichenden Menge an Kalium, Zink und Zitronensäure zu versehen. Dadurch sammeln sich in der Drüse möglicherweise auch zellschädigende Stoffe, deren Konzentration durch eine Selbstbefriedigung verringert werden.

ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek
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