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Francis Crick ist tot

Es war eine der bedeutendsten Entdeckungen der Naturwissenschaften. Ohne sie gäbe es weder Biotechnologie noch medizinische Fortschritte: Im April 1953 veröffentlichten Francis Crick und James Watson in der Fachzeitschrift „Nature“ (Originaltext der Veröffentlichung) einen Vorschlag, wie die Struktur der Erbsubstanz DNA aussehen könnte. Ihre Idee einer strickleiterähnlichen doppelten Helix, deren Stränge durch die informationstragenden Basenpaare verbunden sind, war zur damaligen Zeit revolutionär, erklärte aber mit einem Schlag bis dahin unverstandene experimentelle Ergebnisse. 1962 wurden die beiden Wissenschaftler für ihre Entdeckung mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Elektronenmikroskopische Aufnahmen der Erbsubstanz beseitigten schließlich jeden Zweifel: Die DNA weist tatsächlich die von Crick und Watson vorgeschlagene Struktur auf.

Francis Harry Compton Crick gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Gentechnik. Dabei war der 1916 in Nottingham geborene Brite ursprünglich Physiker und begann sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg für die Biologie zu interessieren. An der Universität von Cambridge traf er 1951 den Biochemiker James Watson, mit dem er lange Jahre zusammenarbeitete. Nach der Entdeckung der DNA-Struktur beschäftigte er sich damit, den genetischen Code zu knacken und die Vorgänge aufzuklären, die ablaufen, wenn dieser Code in Proteine übersetzt wird.

Danach wechselte er an das Salk-Insititut für Biologie in Kalifornien und widmete sich dort der Untersuchung des menschlichen Bewusstseins. Zeit seines Lebens dachte Crick über die Grenzen etablierter Vorstellungen und bekannten Wissens hinaus. So postulierte er beispielsweise in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dass bestimmte Aspekte des Bewusstseins von biochemischen Vorgängen im Gehirn gesteuert werden ? eine Idee, die eine heftige wissenschaftliche Debatte auslöste.

Am Donnerstag, dem 29. Juli 2004 starb Francis Crick im Thornton-Krankenhaus im kalifornischen La Jolla nach langem Kampf an Darmkrebs.

Ilka Lehnen-Beyel
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