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Frauen mit Herzinfarkt schlechter medizinisch versorgt als Männer

Frauen wurden über Jahrzehnte hinweg als wenig gefährdet für einen Herzinfarkt angesehen. Ärzte zogen deshalb bei der Diagnose entsprechender Symptome manchmal erst spät einen Infarkt in Betracht. Britische Mediziner kamen jetzt im Rahmen einer Studie zu dem Schluss, dass Frauen auch nach der Diagnose mit einer schlechteren medizinischen Behandlung rechnen müssen als Männer. Das Risiko, den Infarkt nicht zu überleben, liegt bei weiblichen Patienten aus diesem Grund um 50 Prozent höher als bei Männern.

Wie Ärzte des britischen Royal Hospitals Trust im American Heart Journal berichten, wurde die Krankheitsgeschichte von über 1.700 Herzinfarktpatienten näher untersucht. Es zeigte sich, dass die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen bereits auf dem Weg ins Krankenhaus beginnt: Nachdem Symptome für einen Herzinfarkt auftraten, wurden Frauen in der Regel 13 Minuten später ins Krankenhaus eingeliefert als männliche Patienten. 91 Prozent der Männer erhielten dort als Notfallmaßnahme sofort Aspirin, bei den Frauen waren es nur 88 Prozent. Bis die Ärzte damit begannen, mit Medikamenten Blutpropfen in den Herzgefäßen aufzulösen, vergingen bei weiblichen Patienten durchschnittlich 90 Minuten, bei männlichen Patienten nur 78. Bei der Entlassung aus der Klinik stellten die Ärzte für 45 Prozent der Männer ein Rezept über Betablocker aus, aber nur für 32 Prozent der Frauen.

Nach Meinung der Autoren der Studie trägt die unterschiedliche Behandlung von weiblichen und männlichen Patienten zur höheren Sterblichkeitsziffer von weiblichen Herzinfarktpatienten bei: 30 Tage nach dem Infarkt waren nur noch 78 Prozent der Frauen am Leben, aber noch 88 Prozent der Männer.

In Deutschland erleiden pro Jahr mehr als eine halbe Million Menschen einen Herzinfarkt. Während die Infarkthäufigkeit bei Männern in den letzten Jahren abgenommen hat, steigt sie bei Frauen inzwischen leicht an.

Almut Bruschke-Reimer

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