Frisches Grün aus dem Friseursalon - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Frisches Grün aus dem Friseursalon

Menschliche Haare können ein effizienter Dünger für Nutzpflanzen wie Mohn oder Mutterkraut sein. Das haben US-Forscher in Tests mit Topfkulturen gezeigt. Da es jedoch einige Zeit dauert, bis sich Haare zersetzen und Nährstoffe freigeben, eignen sich die Abfälle aus dem Friseursalon nicht für den kurzfristigen Düngeerfolg, schränken die Wissenschaftler ein.

Die Wissenschaftler pflanzten Salat und Einjährigen Beifuß in ein Wachstumssubstrat und düngten die Pflanzen entweder mit Haarabfällen oder mit herkömmlichem Dünger. Bei der Ernte registrierten sie den Ertrag in den verschiedenen Töpfen, bepflanzten diese anschließend mit Gelbem Hornmohn und Mutterkraut und beobachteten auch hier, wie sich diese unter anderem als Heilpflanzen verwendeten Gewächse entwickelten.

Generell führte die Düngung ? ob mit Haaren oder mit herkömmlichem Dünger ? zu höheren Erträgen, ergab die Auswertung. Beim Salat und beim Beifuß erwies sich der herkömmliche Dünger als überlegen gegenüber den Haaren. Beim später eingepflanzten Hornmohn ergaben sich hingegen mit den Friseurabfällen deutlich höhere Erträge. Beim Mutterkraut lagen konventionelles Düngemittel und Haare gleichauf.

Menschliche Haare könnten mit ihren enthaltenen Stickstoffverbindungen durchaus als wirkungsvoller Dünger für Pflanzen verwendet werden, schließen die Forscher aus diesen Ergebnissen. Allerdings eigneten sie sich nicht für schnell wachsende Pflanzen, da die Zersetzung erst nach einer gewissen Zeit einsetzt und so erst später die Nährstoffe zur Verfügung stehen. Ob mit dem Einsatz von Haaren bei der Produktion essbarer Pflanzen auch gesundheitliche Risiken einhergehen, müssten jedoch erst weitere Untersuchungen zeigen.

Valtcho Zhejazkov (Staatsuniversität von Mississippi in Verona) et al.: HortTechnology 18: 549-745 (2008) ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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