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Umwelt+Natur

Frosch schleudert Zunge in alle Richtungen

Der Frosch “ Phrynomantis bifasciatus“ kann seine Zunge in alle Richtungen aus dem Maul schleudern. So deckt der schwarzrote Frosch einen Winkelbereich von mehr als 200 Grad ab. Das bewerkstelligt er, indem er den Flüssigkeitsdruck in seiner Zunge verändert, haben amerikanische Biologen herausgefunden. Ihre Untersuchungen schildern Kiisa Nishikawa von der Universität von Nord-Arizona in Flagstaff und ihre Kollegen im Fachblatt Journal of Experimental Biology (Bd. 207, S. 21).

Im Vergleich zu den Zungen von Säugern sind die von Fröschen nicht sonderlich beweglich. Die meisten können ihre Zunge nur in eine Richtung aus dem Maul herausschleudern: einfach geradeaus. Die Zunge ist am Vorderteil des Kiefers befestigt und ragt rückwärts ins Maul hinein. Wenn das Tier einen leckeren Happen entdeckt, öffnet es nur den Mund. Die Zunge rollt sich ab und schnellt relativ unkontrolliert heraus. Doch Phrynomantis bifasciatus zeigt sich weitaus geschickter. Wenn er seine Zunge zur Seite schnalzen lässt, handelt es sich um eine von Muskeln kontrollierte Bewegung.

Das Forscherteam um Nishikawa untersuchte die inneren Funktionen der Zunge, um dem Mechanismus auf den Grund zu gehen. Theoretisch gibt es drei Möglichkeiten, wie das Tier die gezielte Bewegung schafft: Der Kiefer könnte beim Öffnen des Mauls durch Muskelkraft verbogen werden, so dass die Zunge auf eine Seite geschleudert wird. Oder ein Muskel auf einer Seite der Zunge könnte sie in seine Richtung ziehen. Außerdem wäre es möglich, dass das Tier seine Zunge hydrostatisch kontrolliert. Dabei verändern Muskeln den Flüssigkeitsdruck in der Zunge.

Die Biologen manipulierten in ihren Versuchen verschiedene Mechanismen, die den jeweiligen Kontrollmöglichkeiten zugrunde liegen müssten. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera beobachteten sie dann die Zielgenauigkeit der Frösche, wenn sie ihnen Leckerbissen an unterschiedlichen Positionen anboten. Die Tiere steuern ihre Zunge über einen hydrostatischen Mechanismus, ergaben die Versuche. Daher untersuchten die Forscher die genauen Muskelstrukturen in der Zunge. Sie fanden, dass eine Reihe senkrecht angeordneter Muskeln in Verbindung mit dem umliegenden Bindegewebe den hydrostatischen Druck erzeugt, der die Zunge in eine bestimmte Richtung schiebt.

ddp/bdw ? Cornelia Pfaff
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