Fruchtbare Verpflanzung - wissenschaft.de
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Fruchtbare Verpflanzung

Unfruchtbarkeit bei Männern aufgrund einer Chemotherapie im Kindesalter könnte bald der Vergangenheit angehören: Die Transplantation von spermaproduzierenden Stammzellen könnte an Leukämie erkrankten Jungen helfen, trotz Chemotherapie später erfolgreich Kinder zu zeugen. Eine solche Verpflanzung gesunder Stammzellen ist nun japanischen Forscher bei Mäusen gelungen. Ähnliche Ansätze waren bislang meist an der Gefahr eines Rückfalls durch verunreinigende Leukämiezellen gescheitert.

Mehr als 70 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder überleben ihre Krankheit. Doch die für die Heilung eingesetzte Chemotherapie schädigt oft die spermaproduzierenden Stammzellen der Jungen und macht sie unfruchtbar. Die einzige Möglichkeit für die Betroffenen, später eigene Kinder zeugen zu können, ist heute daher die Entnahme und das Einfrieren von Sperma. Das kommt jedoch nur für Kinder infrage, die bereits in der Pubertät sind, da sich erst dann reife Stammzellen entwickeln. Eine andere Alternative, die auch bei jüngeren Patienten angewendet werden könnte, ist die Entnahme und die spätere Transplantation der Keimzellen. Bei dieser Methode besteht jedoch die Gefahr, dass die Stammzellen durch bösartige leukämische Zellen kontaminiert sind und es dadurch zu einem Rückfall kommt.

Fujita und seine Kollegen haben nun an Mäusen eine neue Methode getestet. Sie trennten die gesunden Keimzellen inklusive der spermatogenen Stammzellen leukämiekranker Mäuse von den leukämischen Zellen. Dann transplantierten sie die gereinigten Zellen in die Hoden nicht leukämischer Mäuse. Das Ergebnis: Die spermaproduzierenden Zellen besiedelten die Keimdrüsen erfolgreich, und die Empfängermäuse blieben gesund. Zudem konnten die Mäuse später erfolgreich Nachwuchs zeugen, stellten die Forscher fest. Wurden die Keimzellen vor der Transplantation jedoch nicht von den leukämischen Zellen getrennt, erkrankten alle Empfängermäuse an Leukämie.

Einige Fragen bleiben aber noch offen. Noch unklar ist zum Beispiel, wie eine genügend große Anzahl gesunder Stammzellen vorpubertierenden Jungen ohne übermäßigen Gewebeverlust entnommen werden kann. Auch die Trennung gesunder Zellen von leukämischen Zellen soll weiter optimiert werden. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die isolierten Keimzellen gesunde Samenzellen bilden können, schreiben die Wissenschaftler.

Kazutoshi Fujita ( Osaka-Universität) et al.: Journal of Clinical Investigation, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1172/JCI24189

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