Gartenarbeit: „Schlampigkeit“ angesagt - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Gartenarbeit: „Schlampigkeit“ angesagt

Einfach liegen lassen, statt beseitigen – der Laubhaufen ist ein wichtiges Element im Naturgarten. (Foto: Elenathewise/iStock)

Die Tage werden kürzer – der Oktober ist da und damit die Zeit, den Garten winterfest zu machen. Naturgärtner sind dabei nun klar im Vorteil, betont der Naturschutzbund Deutschland (NABU): Wer ein paar Regeln befolgt, kann Arbeit sparen und gleichzeitig seinen tierischen Gartenbewohnern helfen, gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Experten des NABU geben nun Tipps, was man tun, aber auch lassen sollte, damit der Garten im Winter und im folgenden Frühjahr zur Natur-Insel wird.

Monokulturen, Siedlungsstrukturen und versiegelte Flächen: Die Kulturlandschaft bietet vielen Tierarten immer weniger Lebensraum und auch Überwinterungsmöglichkeiten sind rar. Den Gärten kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung als Rückzugsorten für Tiere zu, sagt der NABU. Die Naturschutzorganisation macht sich deshalb bereits seit einiger Zeit für eine naturnahe Gestaltung des heimischen Grüns stark.

Zu sehr gepflegt ist unnatürlich

Grundsätzlich gilt dabei die Devise: Wer seinen Garten zu sauber und ordentlich gestaltet, tut der Natur nichts Gutes. Denn wo „unkrautfreier“ Rasen, Tujahecke und Kirschlorber vorherrschen, finden Tiere kaum ein Zuhause. Wie der NABU nun betont, ist vor allem jetzt im Herbst gezielte Lockerheit angebracht: „Weniger aufräumen hilft Igeln, Siebenschläfern, Fledermäusen, Vögeln und Insekten gut über den Winter zu kommen“, sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. Wer im Winter Futter bieten will, sollte nun etwa abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen nicht abschneiden, sondern stehen lassen. Auch Fallobst und Wildobst an den Sträuchern sollte man nicht beseitigen.

Ein naturnaher Garten sollte dem NABU zufolge im Winterhalbjahr außerdem über ein wichtiges Element verfügen: einen Laubhaufen oder gleich mehrere davon. Wer nach dem Laubrechen einfach einen Haufen im Garten zurücklässt, schafft sich demnach einen Allrounder unter den Winterquartieren. Das organische Material bietet Insekten einen wärmendes Versteck – unter anderem profitieren etwa die nützlichen Marienkäfer und Laufkäfer von dem Hügel aus Blättern. Erdkröten und Igel schätzen ihn ebenfalls als Schutz gegen Kälte und insektenfressende Tiere, die den Winter nicht verschlafen, finden im Laub Nahrung. Es muss auch nicht immer ein Haufen sein, sagt Rottleb: „Als Mulchschicht auf den Beeten schützt Laub die Pflanzen vor Frost und dient auch hier als Winterquartier für Insekten.“

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Lebensraum Totholz

Was für Blätter gilt, gilt auch für Äste und Reisig, betont der NABU. Was bei Baum- und Heckenschnitt anfällt kann der Naturgärtner ebenfalls zu einem Haufen aufschichten oder zu einer sogenannten Benjeshecke verarbeiten. Dabei handelt es sich um linienhafte, lockere Ablagerungen von Gehölzschnitt. Eine Benjeshecke bietet Schutz und Lebensraum für kleine Säugetiere, Vögel und auch Insekten. „Solitärbienen überwintern in hohlen Ästen, im Boden oder in Stängeln von Stauden“, sagt Rottleb, „Eine Insektennisthilfe kann ihnen zusätzlich gute Überwinterungsmöglichkeiten bieten“, so die Gartenexpertin.

Abschließend sagt Rottleb: „Die Natur kennt keinen Abfall. Wer naturnah gärtnert und ,Abfälle‘ im Garten lässt, kann sich im Herbst entspannt mit einer Tasse Tee zurücklehnen und die Früchte seines Gartens genießen.“

Diese Grafik verdeutlicht, wo welches Tier im Garten überwintert. (Illustration: obs/NABU/NABU/Jule Roschlau)

Weitere Tipps gibt es unter www.NABU.de/garten-winterfest und wer etwas für Igel im Garten tun will, kann ihnen ein Haus bauen: Eine Anleitung gibt es hier.

Quelle: NABU

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