Gebiss von Koalamännchen gibt Aufschluss über deren Sexualleben - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Umwelt+Natur

Gebiss von Koalamännchen gibt Aufschluss über deren Sexualleben

Australische Biologen haben eine einfache Methode entdeckt, um die sexuelle Aktivität wild lebender Koalamännchen einzuschätzen: Sie schauen nach deren Zähnen. Sind die Beißer noch völlig unversehrt oder aber stark abgenutzt, sind die Männchen kaum sexuell aktiv. Männchen mit mittel abgenutzten Zähnen tun dagegen viel, um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Das berichten die Forscher um Murray Logan in der Fachzeitschrift Australian Journal of Zoology (Bd. 50, S. 621).

Mit Halsbandsendern und darin eingebauten Minimikrofonen rückte der Biologe den eukalyptusfressenden Beuteltieren auf den Pelz. Auf Raymond Island vor der Küste Victorias beobachtete er über einen Monat lang insgesamt sechs Tiere mit ähnlichem Gewicht und ähnlicher Körperkondition, die sich lediglich durch den Abnutzungsgrad ihrer Zähne unterschieden. Durch den Sender konnte Logan die Tiere Tag und Nacht verfolgen. Mit dem Mikrofon lauschte er ständig danach, wie oft das Männchen brüllte. Je häufiger ein Männchen brüllt, desto höher ist seine Stellung innerhalb der Rangordnung und desto eher paart es sich mit einem Weibchen.

Männchen mit mittel abgenutzten Zähnen brüllten am ausdauerndsten: etwa 25 Minuten innerhalb von 24 Stunden. Die anderen Tiere verbrachten nur etwa zwei bis drei Minuten am Tag mit Geschrei, fand der Biologe. Koalas mit Zähnen von einem mittleren Abnutzungsgrad befinden sich in den besten Jahren und sind daher vermutlich auch am stärksten sexuell aktiv.

Anhand der Zähne schätzen Forscher schon lange ab, wie lange ein Koala vermutlich noch zu leben hat. Je stumpfer die Zähne werden, desto weniger können die Beuteltiere von den harten Eukalyptusblättern fressen. Daher sterben Koalas selten an Altersschwäche, sondern sie verhungern.

ddp/bdw – Cornelia Pfaff
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Kom|pa|ti|bi|li|tät  〈f. 20; unz.〉 1 Vereinbarkeit 2 〈IT〉 Austauschbarkeit bzw. das Zusammenpassen von Programmen u. Geräten (Programm~, Hardware~) ... mehr

Ta|cho|graph  〈m. 16〉 = Tachograf

Rit|ter|burg  〈f. 20; im MA〉 Wohnsitz eines Ritters

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige