Gefiederte Zahlenspiele - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Gefiederte Zahlenspiele

Die 9.800 bislang bekannten Vogelarten sind nur ein Bruchteil aller Vogelarten auf der Welt: Würde die Artbestimmung andere Merkmale mit einschließen, erweitere sich die Anzahl Vogelarten um Tausende. Die Ornithologen schätzen die aktuellen Artenzählungen in der Vogelwelt auf rund fünf Prozent.

Bei Vögeln werden zur Bestimmung der Art nur Merkmale benutzt, die im Feld gut zu erkennen sind, beispielsweise die äußere Erscheinung des Federkleides und der Gesang. Bei der Artbestimmung anderer Tiere würden jedoch auch der Körperbau, die Gene oder das Brutverhalten hinzugezogen werden, sagt Watson. „Würden bei Vögeln zusätzlich zu den bisher gebrauchten auch diese Merkmale untersucht, könnten wir mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Vogelarten mehr unterscheiden“, ist sich Watson sicher.

Leslie Christidis jedoch ist anderer Meinung: Dass einige Arten nicht erkannt werden, wenn nur das Gefieder untersucht werde, sei eine Binsenweisheit. Doch auch bei Amphibien und Reptilien werden die Arten nicht anhand des Körperbaus bestimmt. Tatsächlich sei die Zahl der Vogelarten überschätzt worden, weil nur auf das Federkleid geschaut worden war. Es könne sogar behauptet werden, dass bei einer Artbestimmung durch andere Faktoren als nur durch das Gefieder weniger Arten entdeckt werden.

„Wiegt man die Über- und Unterschätzungen der Vogelartenzahl gegeneinander ab, wird das Problem zu einem Sturm im Wasserglas“, sagt Leslie Christidis. Seiner Meinung nach weicht die aktuell geschätzte Anzahl Vogelarten nicht mehr als fünf Prozent von der tatsächlichen Artenzahl ab. Da jedoch die Evolution und die Artentstehung dynamische Prozesse sind und sich ständig verändern, könne nie eine definitive Lösung für die Artbestimmung gefunden werden.

David Watson ( Charles-Sturt-Universität, Bathurst) und Leslie Christidis ( Australisches Museum, Sydney): BioScience, Bd. 55, S. 388

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