Gehirn vermischt Wahrheit und Einbildung - wissenschaft.de
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Gehirn vermischt Wahrheit und Einbildung

Das menschliche Gehirn vermischt beim Erinnern Wahrheit und Phantasie ? selbst dann, wenn es sich dabei um die unwahrscheinlichsten Einbildungen handelt. Das berichten amerikanische Psychologen auf dem Symposium der American Association for the Advancement of Science.

Die Forscher um Elizabeth Loftus von der Universität Kalifornien hatten sich folgenden Versuch überlegt: Studienteilnehmer mussten Alltägliches zusammen mit eher Ungewöhnlichem durchführen: zum Beispiel eine Münze werfen und dann ein Schokoladenherz mit einem Zahnseidenbehälter zerdrücken. Später sollten sich die Versuchspersonen in ihrer Phantasie ausmalen, was sie an diesem Tag noch gemacht haben: Frösche küssen und ähnlich Skurriles.

Einige Zeit danach fragten die Psychologen die Teilnehmer, was sie an jenem Tag alles getan haben. 15 Prozent gaben an, sie hätten das, was sie sich nur vorgestellt hatten, tatsächlich gemacht. Damit zeigt Loftus, dass sogar äußerst bizarre Aktionen für wahr befunden werden können ? und nicht nur Alltägliches wie in anderen Studien bewiesen wurde.

Die Psychologin untersucht seit dreißig Jahren, wie sehr sich „falsche Wahrheiten“ in unserem Gehirn als Realität festigen können. Wichtig werden solche Ergebnisse vor allem dann, wenn es um Falschaussagen vor Gericht geht und Leute Dinge bezeugen, die nur in ihrer Phantasie passiert sind.

Birgit Schätz
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