Gen macht anfällig für Depressionen - wissenschaft.de
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Gen macht anfällig für Depressionen

Die Form eines bestimmten Gens entscheidet darüber, wie anfällig Menschen für Depressionen nach einem Schicksalsschlag sind. Diesen Zusammenhang fand ein internationales Forscherteam in einer groß angelegten Studie. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien und Neuseeland in der Fachzeitschrift „Science“ (Bd. 301, S. 386).

Todesfälle, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme, Krankheit, Missbrauch oder das Scheitern langjähriger Beziehungen lösen bei manchen Menschen Depressionen aus. Andere hingegen werden gut mit solchen Krisensituationen fertig. Diese unterschiedlichen Reaktionen sind zumindest teilweise genetisch bedingt, sagen die Studienleiter Terrie Moffat von der Universität von Wisconsin in Madison und Avshalom Caspi vom King´s College in London.

Ein Schlüsselelement scheint hierbei ein Gen zu sein, das für die Verteilung des Glückshormons Serotonin im Gehirn zuständig ist. Dieses Gen kommt in einer kurzen und einer langen Variante vor. Die Kombination dieser Formen im menschlichen Erbgut scheint die Neigung zu Depressionen zu bestimmen: Die Forscher fanden bei fast der Hälfte der Probanden, bei denen nach schweren Schicksalsschlägen Depressionen diagnostiziert wurden, zwei Kopien der kurzen Genform, während nur 17 Prozent der depressiven Patienten zwei lange Kopien besaßen. Warum die Probanden mit der kurzen Form des Gens soviel anfälliger für Depressionen sind, können die Wissenschaftler jedoch noch nicht genau sagen.

Die Vorhersage des Auftretens von Depressionen nach Schicksalsschlägen auf Grund der Genvariante sei ebenso zuverlässig wie das Einschätzen der Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche nach der Bestimmung der Knochendichte, behaupten die Wissenschaftler. Einschränkend bestätigen sie jedoch, dass zur Verwertung ihrer Ergebnisse in einer Therapie weitere Studien notwendig sind.

ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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