Genetische Ähnlichkeit macht auch nicht-verwandte Eidechsen sozial - wissenschaft.de
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Genetische Ähnlichkeit macht auch nicht-verwandte Eidechsen sozial

Männliche Seitenfleckenleguane mit ähnlichem Erbgut zeigen auch dann ein ausgeprägtes soziales Verhalten, wenn sie nicht miteinander verwandt sind. Sie helfen einander, ihre Weibchen zu bewachen, und können so dreimal mehr Nachwuchs zeugen als ihre unsozialeren Artgenossen. Das berichten amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“ (Bd. 300, S. 1949).

Ein derartiges Sozialverhalten kannten Biologen bislang nur von Individuen, die eng miteinander verwandt sind. Seitenfleckenleguane (Uta stansburiana) haben offenbar andere Auswahlkriterien ? allerdings nur diejenigen mit einer blaugefärbten Kehle. Die Wissenschaftler um Barry Sinervo von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz beobachteten, dass diese Tiere ihre Territorien bevorzugt in der Nachbarschaft anderer blaukehliger Eidechsen einrichten und anschließend mit ihnen zusammenarbeiten.

Mithilfe genetischer Analysen stellten die Forscher sicher, dass trotz der hohen Ähnlichkeit tatsächlich keine Verwandtschaft zwischen den Tieren vorlag. Gleichzeitig sei die genetische Ausstattung jedoch ähnlicher als theoretisch erwartet, meint Sinervo.

Weiterhin erstaunlich ist, dass im Gegensatz zu den sozialen blaugefärbten Eidechsen ihre orangefleckigen Artgenossen sehr aggressiv sind und sich oft fremde Territorien zu eigen machen. Den dritten Typus, die gelbfleckigen Leguane, nennt der Forscher dagegen Leisetreter, da sie sich gerne hinter dem Rücken der Besitzer in deren Gebiete schleichen und sich mit den dortigen Weibchen paaren.

Mit der äußeren Farbe hängen also komplexe Verhaltensweisen zusammen, erklären die Wissenschaftler. Die unterschiedlich gefärbten Männchen unterscheiden sich nicht nur im Umgang mit ihren Geschlechtsgenossen, sondern beispielsweise auch in der Wahl ihres Wohnplatzes, ihren Hormonen und ihrem Immunsystem. Möglicherweise seien diese Unterschiede innerhalb einer Art ein erster Schritt zur Bildung verschiedener Arten, vermutet Sinervo.

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ddp/bdw – Stefanie Offermann
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