Genetischer Fingerabdruck für Elfenbein - wissenschaft.de
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Umwelt+Natur

Genetischer Fingerabdruck für Elfenbein

Mit einer genetischen Landkarte der Elefanten Afrikas soll künftig die Wilderei und der illegale Handel mit Elfenbein effektiver bekämpft werden. Mit der von Samuel Wasser und seinen Kollegen von der Universität von Washington in Seattle erstellten Tabelle bestimmter Gensequenzen kann die Herkunft von beschlagnahmtem Elfenbein ermittelt werden. Über ihre Entwicklung berichten die Forscher in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung: DOI/10.1073/pnas.0403170101).

Die Forscher analysierten in 28 Orten gesammelte Gewebe- und Kotproben der beiden in Afrika verbreiteten Elefantenarten, dem Wald- und dem Steppenelefanten. Die statistische Auswertung der so ermittelten Daten zeigte die unterschiedliche Ausprägung einiger Gene innerhalb verschiedener Populationen. Diese Informationen übertrugen Wasser und seine Kollegen auf eine Landkarte. Gewebeproben von Stoßzähnen konnten anschließend mit der Karte verglichen werden.

In Versuchsreihen gelang es den Wissenschaftlern bei 50 Prozent der getesteten Elfenbeinproben, den Ursprung auf einen Umkreis von 500 Kilometern einzugrenzen. Bei 80 Prozent ergab ein Vergleich mit der Karte eine maximale Abweichung etwa 900 Kilometern vom eigentlichen Herkunftsort. Dabei zeigte sich, dass die Ortsbestimmungen umso exakter waren, je mehr Gewebe- und Kotproben in dem betreffenden Gebiet vorher analysiert wurden.

Verglichen mit den bisherigen Standardmethoden gelingt mit der neuen Technik eine deutlich exaktere Eingrenzung der Herkunft von Elfenbein, erklären Wasser und seine Kollegen. Damit könnten zukünftig Regionen, in denen Wilderer ihr Unwesen treiben, leichter und schneller eingegrenzt werden. Auch die legale Vermarktung und deren Folgen auf einzelne Populationen sei mit der neuen Methode einfacher zu kontrollieren.

Trotz des offiziellen Handelsverbots von 1989 werden immer wieder große Mengen des „Weißen Goldes“ beschlagnahmt. Dabei nehmen die Wilderer keine Rücksicht auf teilweise sinkende Bestände. Der Verfolgung des illegalen Handels und der Wilderei steht allerdings häufig das Problem der Herkunftsbestimmung der beschlagnahmten Ware im Weg.

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ddp/bdw ? Dirk Gilson
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