Genetischer Fitnessfaktor - wissenschaft.de
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Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Genetischer Fitnessfaktor

Die Intelligenz von Menschen und deren körperliche Gesundheit könnten eine gemeinsame genetische Grundlage haben. Über diesen noch nicht näher bestimmten Fitnessfaktor wäre der Intelligenzquotient und die Veranlagung für eine robustere Gesundheit direkt verknüpft. Diese These stellt die britische Psychologin Rosalind Arden vom King’s College in London auf. Die Forscherin stützt ihre Behauptung auf eine Studie an rund 3.600 Männern, nach der Männer mit geringerem IQ häufiger an Gesundheitsproblemen wie Leistenbrüchen, Ohrentzündungen oder Grauem Star litten als intelligentere Männer.

Die Forscher um Arden analysierten die Daten eines Gesundheits-Checks an rund 3.600 amerikanischen Veteranen des Vietnamkriegs. Um Folgeerkrankungen aus dem Kriegsgeschehen zu entdecken, hatten Mediziner die ehemaligen Soldaten in den Jahren 1985 und 1986 körperlich und psychologisch besonders gut untersucht und dabei auch Intelligenztests unterzogen. Arden und ihr Team konnten mit diesen Daten statistisch zeigen, dass die Intelligenz der Probanden eine gute Voraussagekraft für gesundheitliche Risikofaktoren aufwies. Sie schließen daraus, dass es einen sogenannten Fitnessfaktor geben müsste, der Intelligenz und Gesundheit gleichermaßen beeinflusse.

Zahlreiche frühere Studien hatten bereits nachgewiesen, dass Menschen mit höherem sozialen Status gesünder sind und eine höhere Lebenserwartung aufweisen. Dies wird unter anderem dadurch erklärt, dass sich wohlhabendere Menschen einen gesünderen Lebensstil und oft auch eine bessere medizinische Versorgung leisten könnten. Diese Argumentation lässt Arden zwar gelten, doch zeige ihre Studie, dass Gesundheitsindikatoren, die wie niedriger Body-Mass-Index und Nichtrauchen von bewussten Entscheidungen gesteuert werden, gerade nicht mit der Höhe des Intelligenzquotienten erklärt werden könnten. Die Forscherin will in weiteren Studien ihre Genthese untermauern und einer möglichen gemeinsamen genetischen Grundlage für Intelligenz und Gesundheit auf die Spur kommen.

Onlinedient New Scientist ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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Kir|chen|ton|art  〈f. 20; Mus.〉 jede der aus der altgriechischen Musik stammenden, der mittelalterlichen Kirchenmusik zugrundeliegenden Tonarten (zwölf nur aus den Stammtönen gebildete Oktavreihen zur Kennzeichnung eines Melodieumfangs), seit etwa dem 16. Jh. von den Dur– u. Molltonarten abgelöst

me|di|zi|nisch  〈Adj.〉 die Medizin betreffend, auf ihr beruhend, ihr dienend ● die Medizinische Fakultät (der Universität); medizinische Klinik K. für innere Medizin; ... mehr

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