Gentherapie mit zwei "Selbstmordgenen" heilt Prostatakrebs schonend - wissenschaft.de
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Gentherapie mit zwei "Selbstmordgenen" heilt Prostatakrebs schonend

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, zwei „Selbstmordgene“ direkt in Krebszellen eines Prostatatumors einzuschleusen. Diese Gentherapie ist effektiver und schonender als die konventionellen Behandlungen bei Prostatakrebs.

Das Medizinerteam um Professor Jae Ho Kim am Henry-Ford-Krankenhaus in Detroit schleuste die Gene in Adenoviren verpackt in die Zellen ein. Dann bekamen die Patienten eine zeitlang zwei Medikamente verabreicht: Ganciclovir und 5-Fluorocytosin. Die Therapie führt dazu, dass eine toxische Substanz ausgeschieden wird, die Krebszellen in den Selbstmord treibt.

Die Gentherapie mit zwei statt nur einem Gen war erfolgreich: Bei immerhin der Hälfte der Tumor-Kranken brachte die neue Methode innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen bis zu einem Jahr eine Besserung ihres Zustands. Alle Patienten hatten unter einem Wiederauftreten des Tumors nach scheinbar erfolgreicher Behandlung gelitten. Die Wissenschaftler wollen nun den Behandlungserfolg weiter steigern, indem sie die Gen- mit einer Strahlentherapie kombinieren.

Neben der höheren Effektivität gegenüber konventionellen Behandlungsmethoden hat die Gentherapie zwei weitere wichtige Vorzüge: Erstens entfällt das mit einer Prostataoperation verknüpfte Risiko von Harninkontinenz und Impotenz. Zweitens vertragen die Patienten eine Gentherapie viel besser.

Der Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei älteren Männern. Auf 100.000 männliche Deutsche kommen pro Jahr etwa 47 neue Erkrankungsfälle. Berücksichtigt man aber nur über 65-jährige Männer, sind es mehr als 1.000.

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Dr. Sebastian Messerschmid
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