Gesetzliches Früherkennungsprogramm zahlt sich aus - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Gesetzliches Früherkennungsprogramm zahlt sich aus

darmkrebs01.jpg
Fluoreszenzfärbung eines Darmkrebs-Gewebeschnittes. Foto: Lutz Langbein; Deutsches Krebsforschungszentrum
Seitdem die Darmkrebsvorsorge in Deutschland Bestandteil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms ist, konnten rund 100.000 Darmkrebsfälle verhindert werden. Bei weiteren 50.000 Patienten wurde eine Krebserkrankung frühzeitig entdeckt, wodurch in den meisten Fällen eine Heilung möglich war. Diese positive Zwischenbilanz ziehen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKfZ) in Heidelberg. Hermann Brenner, der gemeinsam mit seinem Team diverse Studien zur Darmkrebsprävention durchführte, meint dazu „Diese großen Effekte sind umso erstaunlicher, als nur etwa drei Prozent der Berechtigten pro Jahr am Früherkennungsprogramm teilnehmen.“ Möglicherweise ließen sich die guten Ergebnisse noch weiter verbessern, wenn die Zielgruppe persönlich zu einer Vorsorgeuntersuchung eingeladen würde, hoffen die Forscher. Erste Modellprojekte seien in Planung.

Seit Oktober 2002 können Männer und Frauen ab einem Alter von 50 Jahren einmal jährlich einen Test auf okkultes Blut, also Blut im Stuhl, durchführen lassen. Ab 55 Jahren besteht die Möglichkeit einer Darmspiegelung, die dann im Abstand von zehn Jahren erneut durchgeführt werden kann. Viele Menschen scheuen die etwas aufwändigere Darmspiegelung, doch sie allein bringt zuverlässige Ergebnisse, während der Papierstreifentest lediglich erste Hinweise liefern kann.

Die Darmspiegelung hat jedoch noch einen weiteren Vorteil: Werden während der Untersuchung etwaige Tumorvorstufen erkannt, können sie noch während der Behandlung entfernt werden. ?Daher kann Darmkrebs weit besser als andere Krebsarten durch konsequente Früherkennung verhütet werden?, erklärt Brenner.

Darmkrebs gehört sowohl bei Männern als auch bei Frauen zu den häufigsten Krebserkrankungen. Ein kolorektales Karzinom entwickelt sich meist aus ehemals gutartigen Schleimhautwucherungen, sogenannten Darmpolypen. Wird der Tumor in einem frühen Stadium erkannt, stehen die Heilungschancen gut.

Mitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKfZ) in Heidelberg dapd/wissenschaft.de ? Mascha Schacht
Anzeige
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

zäh|ne|flet|schend  〈Adj.〉 die Zähne fletschend, angriffslustig das Gebiss zeigend (bes. Hunde)

Chlo|ri|de  〈[klo–] Pl.; Chem.〉 Salze der Salzsäure

Pro|mo|ti|on  〈f. 20〉 1 Erlangen der Doktorwürde 2 Verleihen der Doktorwürde ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige