Fairer Handel legt 2009 um 26 Prozent zu Großes Prozent Plus für Fairtrade - wissenschaft.de
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Fairer Handel legt 2009 um 26 Prozent zu

Großes Prozent Plus für Fairtrade

2009 stieg der faire Konsum im sechsten Jahr in Folge. Dies verkündete TransFair e.V. auf seiner Jahrespressekonferenz. In Deutschland wurden Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von 267 Millionen Euro verkauft, dies entspricht einer Steigerung um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kaffee ist nach wie vor das wichtigste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Textilien aus Fairtrade zertifizierter Baumwolle. Geschäftsführer Dieter Overath sagte: „Gründe für das Absatzplus sind neben der gestiegenen Verbrauchernachfrage auch die größere faire Produktvielfalt,

Von diesem Erfolg profitieren insbesondere die über 800 zertifizierten Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die allein über den deutschen Markt mehr als 36 Millionen Euro Direkteinnahmen erhalten haben. Die Fairtrade-Gelder werden hauptsächlich dazu genutzt, die medizinische Versorgung, Bildung und soziale Einrichtungen zu verbessern, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort zu unterstützen. Heinz Fuchs, Vorstandsvorsitzender des TRANSFAIR e.V. erklärte: „Fairtrade ist ein verlässliches Siegel auf immer mehr Alltagsprodukten und eine klare Stimme in den Debatten um die gerechte Gestaltung der Globalisierung, unserer Wirtschaftsweise, Lebensstilfragen und unser aller Konsumverhalten.“

Klimawandel und Ernährungssicherung sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte – sie können nur gemeinsam gelöst werden: Hunger und Armut verhindern vielfach Maßnahmen zum Umweltschutz. Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel besonders negativ auf Kleinbauern in Entwicklungsländern aus, die mit rund 500 Millionen die Hälfte der Hungernden weltweit ausmachen. Der Geschäftsführer der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) Rob Cameron sagte: „Wenn wir wirklich den Ärmsten der Welt helfen wollen, dann müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um die Armut zu mindern. Im Jahr 2010 wird FLO seine Strategie fortführen den globalen Einfluss von Fairtrade zu verstärken, zu erweitern und zu vertiefen, um das Leben für Millionen von Produzenten und ihren Familien weltweit zu verändern.“

Der Faire Handel legt einen Fokus auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft, aus der rund 75 Prozent aller Fairtrade-Produkte stammen. Das Fairtrade-Siegel garantiert die Einhaltung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Standards. Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, langfristige Lieferbeziehungen und Vorfinanzierung schaffen höhere, stabilere Einkommen und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort. Es entstehen neue Arbeitsplätze auch für die jüngeren Generationen und Landflucht wird verhindert. Unabhängige Wirkungsstudien belegen die positiven Auswirkungen des Fairen Handels auf die teilnehmenden Produzentenorganisationen, ihre Gemeinden und Regionen.

Für die Verbindung sozialer und ökologischer Standards erhielt TransFair e.V. den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009“. Fairtrade hat 2009 beim Ethical Brand Monitor der Nachhaltigkeitsberatung „brands & values GmbH“ als Organisation mit dem höchsten „nachhaltigen Markenwert“ abgeschnitten. Auch eine GlobeScan-Studie bestätigte 2009 das Vertrauen der Konsumenten. Bei der Umfrage mit 14.500 Konsumenten in 15 Ländern war das Fairtrade-Siegel der Hälfte der Verbraucher bekannt. 91 Prozent von ihnen bringen dem Siegel ein hohes Vertrauen entgegen.

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Kaffee: Im Jahr 2009 wurden 5.620 Tonnen Fairtrade zertifizierter Kaffee in Deutschland verkauft. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fairtrade-Kaffee Absätze in den Supermärkten konnten sich gegen die Preisaggressivität diverser Sonderangebote des Handels behaupten und mit einem leichten Plus von drei Prozent auf 3.920 Tonnen zulegen. Der Außer-Haus-Markt gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 2009 waren rund 235 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 gastronomischen Betrieben im Ausschank.

Blumen: Fairtrade-Blumen sind nach Kaffee die zweitwichtigste Produktkategorie und legen um 40 Prozent auf 67 Millionen Schnittblumen – meist Rosen – zu. Der Bananenhandel ist ein sehr instabiler Markt. Sinkende Endverbraucherpreise, eine geringere Nachfrage sowie die rückläufigen Absätze bei Biofrüchten insgesamt belasteten 2009 auch den Absatz der Bio-Fairtrade-Bananen. 2009 wurden 9.500 Tonnen Fairtrade-Bananen verkauft, dies entspricht einem Absatzminus von 19 Prozent. 2009 wurden knapp sechs Millionen Liter fairer Fruchtsaft getrunken, das sind 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Textilien aus Fairtrade-Baumwolle entwickelten sich positiv: 2009 wurden über zwei Millionen Einzelstücke angefertigt. „Damit die Vorteile des Fairen Handels für immer mehr Menschen in Afrika, Lateinamerika und Asien spürbar werden, müssen Unternehmen zukünftig noch kreativer und offensiver Fairtrade-Produkte entwickeln und anbieten“, sagte Dieter Overath. Zwei amerikanische Unternehmen, Starbucks und Ben & Jerry’s, sind mit gutem Beispiel voran gegangen und stellten die größten Teile ihres Sortiments auf Fairtrade um. „Dies sollte europäischen Unternehmen ein Ansporn sein“, führte Overath weiter aus.

GoodWeave ist das neue Siegel für zertifizierte Teppiche ohne ausbeuterische Kinderarbeit. Es ersetzt das bisherige RugMark-Siegel. 2009 wurden RugMark/GoodWeave-Teppiche im Wert von 6,2 Millionen Euro nach Deutschland importiert, der überwiegende Teil aus Indien. Der Rückgang bei GoodWeave um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr spiegelt den allgemeinen Trend bei Teppichimporten nach Deutschland wider. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.goodweave.de.

Quelle: TransFair

Foto: C. Nusch/TransFair e.V.

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