Amur-Tiger-Zählung Gute Nachrichten von der größten Katze der Welt - wissenschaft.de
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Amur-Tiger-Zählung

Gute Nachrichten von der größten Katze der Welt

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Zwei Amur-Tiger (Foto: Igor Zhorov / WWF)
Über 2000 Experten haben das letzte Verbreitungsgebiet des Amur-Tigers nach Spuren durchsucht. Das Ergebnis der Zählung ist erfreulich: Der Bestand der größten Raubkatze der Welt erholt sich, berichtet der WWF. Eine Erfolgsgeschichte – mit Bildergalerie

510 Amur-Tiger streifen nun wieder durch die Wildnis im fernen Osten Russlands – 60 mehr als bei der letzten Volkszählung im Jahr 2005. „Nie zuvor in den vergangenen 75 Jahren gab es so viele Amur-Tiger. Bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts schrumpfte die Zahl der Raubkatzen aufgrund massiver Nachstellung durch den Menschen, Überbejagung seiner Beutetiere und großflächiger Lebensraumzerstörung auf wenige Dutzend Tiere. Durch Schutzmaßnahmen ging es dann schließlich wieder langsam bergauf.

75-Jahres-Hoch

„Das aktuelle Ergebnis ist nun eine tolle Nachricht für alle Tigerfreunde“, sagt Eberhard Brandes vom WWF Deutschland. Den Erfolg führen die Umweltschützer vor allem auf den verbesserten Schutz des Lebensraums der Tiger und den verschärften Kampf gegen Wilderei zurück. „Unsere Schutzbemühungen haben gefruchtet“, so Eberhard Brandes. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, hat der Amur-Tiger eine gute Zukunft vor sich.“

Für die Bestandsaufnahme durchkämmten rund 2000 Spezialisten wochenlang das Verbreitungsgebiet der letzten Amur-Tiger: Eine etwa 150.000 Quadratkilometer große Region – das entspricht etwa der halben Fläche Deutschlands. Fußspuren und Fotos von Kamerafallen dienten der Auswertung. Besonders ermutigend waren dem WWF zufolge die vielen kleinen Spuren: Es gibt offenbar 110 Jungtiere. „Das Ergebnis zeigt uns, dass Umweltzerstörung und das Aussterben vieler Arten kein unabwendbares Schicksal sind. Es liegt in unserer Hand“, sagt Eberhard Brandes.

Symboltier für den Arten- und Umweltschutz

„Das sind großartige Zahlen“, schwärmt auch Igor Chestin vom WWF Russland. „Der Schutz der Tiger genießt bei uns einen ganz besonderen Stellenwert, weil diese Arbeit fast alle Bereiche betrifft, die im modernen Umweltschutz zu leisten sind. Es ist toll zu sehen, dass wir damit Erfolg haben“. Ähnlich sieht dies auch Brandes: „Der Tiger steht stellvertretend für ein ganzes Ökosystem. Steigende Tigerzahlen sind ein starkes Indiz für eine intakte Umwelt“.

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Als Symboltier für den Arten- und Umweltschutz eignet sich der Amur-Tiger nicht zuletzt auch wegen seiner beeindruckenden Rekordmaßen. Ausgewachsene
Männchen können ein Gewicht zwischen 180 und 306 Kilogramm erreichen und eine Kopf-Schwanz-Länge von bis zu 300 Zentimetern. Sie sind damit die größten aller Tiegerarten und damit die größten Katzen der Welt.

Quelle: WWF

© natur.de – Martin Vieweg
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