Haarige Stammzelltherapie - wissenschaft.de
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Haarige Stammzelltherapie

Eine Therapie mit Stammzellen kann nackten Mäusen wieder zu einem Haarkleid verhelfen. Das haben amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Die Forscher um Elain Fuchs von der Rockefeller-Universität in New York hatten Stammzellen aus der Haut von Mäusen isoliert und diese wieder zu funktionstüchtigen Haarfollikeln heranwachsen lassen. Mit ähnlichen Verfahren könnte einmal Menschen mit Haarausfall geholfen werden. Über ihre Studie berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Cell (Bd. 118, S. 635).

Stammzellen sind undifferenzierte Zellen, deren Nachkommen unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen und so verschiedene Zelltypen bilden können. In ihren Experimenten setzten Fuchs und ihre Kollegen Hautstammzellen ein, die sich zu Hautstreifen, Haarbüscheln und Talkdrüsen differenzierten. Diese Zellen transplantierten die Forscher in haarlose Mäuse.

Die Hautstammzellen befinden sich seitlich an den Haarfollikeln in einer Art Tasche. Unter Ausnutzung charakteristischer Erkennungsmoleküle auf den Oberflächen der Zellen war es den Forschern möglich, sie zu isolieren. Die Analyse der Zellen ergab, dass die Follikel zwei unterschiedliche Typen von Stammzellen beherbergen, wovon der eine in der Embryonalentwicklung aktiv ist und der zweite, nachdem das erste Haarkleid gebildet wurde. Beide Typen besitzen das Potenzial, sämtliche Zelltypen zu erzeugen, die am Aufbau der Haut beteiligt sind.

Aus den Ergebnissen könnten nicht nur neue Ansätze für die Behandlung von Haarausfall folgen. Auch für die Versorgung von Brandwunden erhoffen sich die Wissenschaftler in Zukunft Fortschritte. Außerdem versprechen sie sich neues Wissen für das Verständnis der genetischen Abläufe, die den Fähigkeiten der Stammzellen zugrunde liegen.

ddp/bdw ? Dirk Gilson
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