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Haarwirbel verraten den Linkshänder unter den Pferden

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Der Haarwirbel auf der Stirn gibt durch die Drehrichtung Aufschluss über die Händigkeit des Pferdes.
Irische Forscher wollen aus den Wirbeln auf der Stirn von Pferden ablesen, ob das Tier Rechts- oder Linkshänder ist: Dreht sich der Haarwirbel auf der Stirn gegen den Uhrzeigersinn , dann bevorzugt das Pferd mit großer Wahrscheinlichkeit die linke Seite, haben die Forscher um Jack Murphy von der Universität von Limerick festgestellt. Der Zusammenhang treffe zwar nicht in jedem Fall zu, mit Hinweisen zur möglicherweise bevorzugten Seite eines Pferds könnte ein Trainer die Muskulatur der Tiere jedoch gleichmäßiger trainieren. Damit ließen sich die Pferde für Rennen oder Turniere im Springreiten besser vorbereiten, sagen die Wissenschaftler.

Die Forscher bestimmten die sogenannte Händigkeit von 219 Renn- und Springpferden. Die Händigkeit beschreibt, ob ein Tier dazu neigt, mit einem Huf bevorzugt loszulaufen oder Hindernisse auf einer bevorzugten Seite zu umgehen. Die Forscher beobachteten dazu die Bewegungen der Tiere und befragten auch die Reiter. Von den 104 linkshändigen Pferden drehte sich der Haarwirbel oberhalb der Stirn bei 75 Prozent der Tiere gegen den Uhrzeigersinn, stellte Murphy fest. Unter den 95 Pferden mit rechter Vorzugsseite kräuselte sich das Haar bei 67 Prozent der Tiere im Uhrzeigersinn. Die übrigen Pferde zeigten keine Vorzugsseite.

Die bevorzugte Seite und die Haarmuster spiegeln die asymmetrische Entwicklung des Gehirns wider und könnten von denselben Genen kontrolliert sein, vermuten die Forscher. Bislang bleibt die Vorzugsseite eines Pferdes beim Training meist unbeachtet, was die Siegeschancen bei Rennen mitunter verringert, erklärt Murphy. So hätten scharfe Linkskurven einiger britischer Rennparcours „rechtshändige“ Pferde vor Probleme gestellt. Die Händigkeit eines Pferdes sei sicherlich nicht allein rennentscheidend. Doch könnten Trainer mit diesem Wissen die Muskulatur und Kraft des Pferdes ausgewogener trainieren.

Onlinedienst von Nature ddp/wde ? Martin Schäfer
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