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Hackattacken auf dem Hühnerhof haben einen genetischen Hintergrund

Legehennen mit dunklem Federkleid werden häufiger Opfer von feindlichen Attacken ihrer Artgenossen als unpigmentierte Tiere. Dabei scheint eine Mutation in einem einzelnen Gen den Unterschied zwischen Opfer und Täter auszumachen. Das ergaben Untersuchungen von Linda Keeling und ihren Kollegen der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften. Die Forscher berichten über ihre Studie in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 431, S. 645).

Das Attackieren von Artgenossen ist ein verbreitetes Problem in Legebatterien. Die Angreifer reißen ihren Nachbarn die Federn aus und in einigen Fällen führen die Attacken zum Tod der Opfer. Dabei handelt es sich um eine Verhaltensstörung, die sich wahllos gegen Artgenossen richtet, vermuteten Wissenschaftler bislang. Linda Keeling und ihre Kollegen kombinierten in ihren Untersuchungen Verhaltensbeobachtungen mit genetischen Analysen und stellten fest, dass Hennen mit einer Mutation in einem Gen namens PMEL17 häufiger Täter als Opfer bei den Attacken sind. Das Gen trägt die Information für die Herstellung von Melanin und ist damit für eine dunkle Pigmentierung der Tiere verantwortlich.

Bei den wilden Vorfahren der Legehennen tritt die Mutation deutlich seltener auf. Die Angriffe richten sich also anscheinend gegen ursprünglich aussehende Tiere und die Mutation schützt die unpigmentierten Hennen vor den Attacken ihrer Artgenossen, vermuten die Wissenschaftler. Durch Auskreuzen der Mutation könne das Problem in Zukunft reduziert werden. Ebenfalls könne eine entsprechende Platzordnung in den Legebatterien die Opfer vor den Übergriffen schützen, ergänzen die Forscher.

ddp/bdw ? Dirk Gilson
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