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Haie kommen heim zum Gebären

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Zitronenhai. Credit: Thinkstock
Schildkröten tun es und Lachse auch: Sie erkunden die weite Welt, doch zum Eierlegen kommen sie exakt dorthin zurück, wo sie selbst einst geboren wurden. Nun haben Biologen dieses Verhalten erstmals auch bei einer lebendgebärenden Haiart nachgewiesen. Im Rahmen eines fast zwei Jahrzehnte überspannenden Projekts auf der Inselgruppe der Bahamas konnten sie zeigen, dass trächtige Zitronenhaie zum Gebären in exakt die Lagune zurückkehren, in der sie vor 15 Jahren geboren wurden. Diese Information sei für Maßnahmen zum Schutz von Haien wichtig, betonen die Wissenschaftler.

 

Der Zitronenhai ( Negaprion brevirostris) hat seinen Namen seiner gelblichen Färbung zu verdanken und kommt an den Küsten des gesamten amerikanischen Kontinents sowie an der Küste Westafrikas vor. Es handelt sich um eine große Haiart: Die Tiere erreichen bis zu 3,40 Meter Länge und ein Gewicht von bis zu 180 Kilogramm. Sie werden bis zu 30 Jahre alt und werden erst mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif. Nach der Paarung dauert es zwölf Monate, bis die Muttertiere meist 7 bis 10 Junge lebend zur Welt bringen. Oft suchen sie dafür Lagunen auf. Es gab bereits Vermutungen, dass einige Haiarten zum Gebären zu ihrem Geburtsort zurückkehren. Die Forscher um Samuel Gruber von der University of Miami konnten dies nun im Fall des Zitronenhais nachweisen. Hunderte Studenten hatten sich an der 19 Jahre langen Forschungsarbeit in der Lagune von Bimini beteiligt.

 

Der Schutz der Hai-Kinderstuben ist zentral wichtig

 

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„ Die Lagune ist fast wie ein See – das ermöglichte es, fast alle Haie, die hier geboren wurden zu erwischen, um später feststellen zu können, ob die Weibchen zurückkehren“, sagt Gruber. Die Forscher entnahmen den Tieren dazu Proben, um ihren genetischen Fingerabdruck zu erfassen und erstellten damit eine Datenbank. So konnten sie bei erneuten Probenahmen bestimmen, um welches Tier es sich genau handelte. „Wir haben festgestellt, dass die Tiere die Inseln mit etwa fünf bis acht Jahren verlassen, um auf Wanderschaft zu gehen. Doch wenn sie trächtig werden, erinnern sie sich nach Jahren in der Ferne daran, wo sie geboren wurden und kommen zurück, um zu gebären“, sagt Coautor Kevin Feldheim von der University of Miami.

 

Die Studie macht nebenbei erneut klar, wie lange Haie benötigen, um heranzuwachsen. Deshalb sind sie auch durch Überfischung so stark bedroht. Viele der Räuber, die für das ökologische Gleichgewicht der Meere sehr wichtig sind, fallen der asiatischen Vorliebe für Haifischflossen-Suppe zum Opfer. Doch immer mehr Staaten ergreifen nun Maßnahmen, um die Haipopulationen zu schützen. Der Nachweis, dass Haie ihre Kinderstuben über Generationen hinweg treu nutzen, ist in diesem Zusammenhang ein wichtige Information.

Dem Schutz entsprechender Meeresgebiete kommt eine besondere Bedeutung zu, sagen die Forscher.

 

 

 

 

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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