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Hand hängt Auge ab

Forscher in Japan haben herausgefunden, wieso Menschen selbst Objekte, die ihre Geschwindigkeit blitzartig ändern, trotzdem problemlos fangen können. Ihrer Studie zufolge kompensiert das Gehirn nämlich nicht nur die Zeit, die zur Weiterleitung der Nervenimpulse an die Hände benötigt wird, sondern rechnet auch zufällige Geschwindigkeitsänderungen des Zielobjekts mit ein. Darüber berichtet das Fachmagazin Physical Review Letters (Band 93, Artikel 168105).

Wenn die Sinnzellen unserer Augen einen Ball sehen, den wir einfangen wollen, so dauert es in der Regel etwa 200 Millisekunden, bis der entsprechende Nervenimpuls an unseren Händen ankommt. Dass wir den Ball dennoch fangen können, hängt damit zusammen, dass unser Gehirn diesen Zeitunterschied ausgleicht und die Hände somit an den richtigen Ort der Bahnkurve des Objekts schickt ? der Ball wird gefangen.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern des Tohoku Instituts für Technologie in Sendai in Japan hat nun durch eine Studie an Versuchspersonen herausgefunden, dass das Gehirn zusätzlich auch versucht, zufällige Geschwindigkeitsänderungen des Objekts zu kompensieren.

In ihrem Experiment ließen die Forscher eine Gruppe von Versuchspersonen einen roten Punkt auf einem Computerbildschirm mit dem Mauszeiger verfolgen. Der Punkt bewegte sich dabei mit Frequenzen zwischen 0,1 und 2 Hertz von links nach rechts und zurück über den Bildschirm. Dabei stellte sich heraus, dass der Cursor der Versuchspersonen bei Frequenzen über 0,5 Hertz dem Punkt vorauseilte, und zwar umso mehr, je schneller dieser sich bewegte.

Mit diesem Trick versucht unser Gehirn, zufällige Geschwindigkeitsänderungen des Objekts auszugleichen, so Yasuji Sawada, ein Mitglied der Gruppe. Als die Forscher dann im Folgenden derartige, zufällige Geschwindigkeitsänderungen des Punktes in ihr Programm einbauten, so fiel der Ort des Mauscursors tatsächlich überraschend genau mit dem Punkt zusammen.

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Stefan Maier
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