Hass ist gesünder als schlechtes Gewissen - wissenschaft.de
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Hass ist gesünder als schlechtes Gewissen

Zwiespältige Gefühle einem anderen Menschen gegenüber lassen den Blutdruck ansteigen. Amerikanische Wissenschaftler stellten bei Testpersonen starke Blutdruckschwankungen fest, wenn sie ihren Gesprächspartnern sowohl positive als auch negative Gefühle entgegen brachten. Dagegen beeinflusste eine deutliche Abneigung den Blutdruck kaum. Das schreiben die Forscher Julianne Holt-Lunstad und ihre Kollegen im Fachmagazin Health Psychology.

Die Psychologen von der Universität von Utah in Salt-Lake-City statteten etwa hundert Testpersonen mit Blutdruckmessgeräten aus, die von den Probanden bei persönlichen Kontakten im Alltag aktiviert werden sollten. Gleichzeitig führten die Testpersonen Tagebücher über ihre sozialen Beziehungen. Die Auswertungen der Blutdruckmessungen und der Berichte der Probanden zeigten einen deutlichen Einfluss des sozialen Umfelds auf den Blutdruck.

Besonders die Gefühle dem Gesprächspartner gegenüber bestimmten die körperlichen Auswirkungen: Den stärksten Anstieg des Blutdrucks konnten die Forscher messen, wenn die Gefühle des Probanden sowohl positiv als auch negativ waren. Ein schlechtes Gewissen guten Freunden gegenüber oder Eltern, die übermäßig besorgt oder extrem kritisch sind, waren beispielsweise Gründe für solche zwiespältigen Gefühle. Eine deutliche Abneigung einer Kontaktperson gegenüber verursachte dagegen nur eine geringe Blutdruckänderung.

„Menschen, denen wir feindliche oder negative Gefühle entgegen bringen, sind leicht einschätzbar und wir wissen, was wir von ihnen zu erwarten haben“, erklärt Julianne Holt-Lunstad, die Leiterin der Untersuchung. „Sind unsere Gefühle einem Menschen gegenüber dagegen sowohl positiv als auch negativ, werden unsere Erwartungen auf positive Reaktionen oft enttäuscht. Das verunsichert und macht unglücklich.“

Es ist schon seit längerem bekannt, dass soziale Kontakte und intakte Beziehungen einen positiven Einfluss auf Herzerkrankungen haben können. Nach Ansicht der Forscher sind die gefühlsbedingten Blutdruckschwankungen zumindest ein Teil der Erklärung dieses Phänomens.

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ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel
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