Herzallerliebst: Musik - wissenschaft.de
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Herzallerliebst: Musik

Musik ist gut fürs Herz. Das schließen Forscher aus Italien und England aus einer kleinen Studie an 24 Probanden. Mehr die Geschwindigkeit des Rhythmus und weniger die Stilrichtung des Stücks ist dabei maßgeblich für die Wirkung. So wirke langsame Musik beruhigend auf den Körper, während schnelle Stücke den Blutkreislauf des Zuhörers antreibe, schreiben Luciano Bernardi von der Universität in Pavia und Peter Sleight vom John-Radcliff-Krankenhaus in Oxford.

Die Forscher untersuchten in ihrer Arbeit die Atmung und den Blutkreislauf von 24 jungen Männern und Frauen. Die Hälfte der Versuchspersonen waren ausgebildete Musiker, die seit mindestens sieben Jahren ein Instrument spielten. Die restlichen Testpersonen hatten keine musikalische Ausbildung. Jeder Proband musste sich zwei Minuten lange kurze Stücke verschiedener Musikstilrichtungen anhören. Dazu gehörten meditative Ragamusik aus Indien, eher langsame Klassik wie Beethovens 9. Symphonie, schnelle klassische Musik von Vivaldi sowie Rap und Techno. Anschließend wurden dieselben Stücke nochmals abgespielt. Diesmal jedoch dauerte jedes Stück vier Minuten und zwischen zwei beliebigen Musiksequenzen wurde eine Pause von zwei Minuten eingelegt.

Das Resultat war eindeutig: Bei schneller Musik und komplizierteren Rhythmen wurden sowohl die Atmung als auch der Blutkreislauf schneller, stellten die Forscher fest. Die Stilrichtung der Musik spielte dabei keine Rolle: Schnelle klassische Musik hatte die gleiche Auswirkung wie Techno. Im Gegensatz dazu hatte langsame oder gar meditative Musik den genau gegenteiligen Effekt. So sank die Herzfrequenz am stärksten, wenn die Testpersonen indische Ragamusik hörten.

Während der Pausen jedoch wurden sowohl die Atmung als auch die Herzfrequenz langsamer. Schließlich waren diese sogar langsamer als am Anfang des Experiments, als die Probanden noch keine Musik hörten. Wieder hatten weder der Musikstil noch die Vorlieben der Zuhörer einen Einfluss auf diese Beobachtungen. Bei den ausgebildeten Musikern jedoch, die darauf trainiert worden waren, ihre Atmung dem Tempo der Musikstücke anzupassen, war dieser Effekt stärker als bei den ungeübten Versuchspersonen, stellten die Forscher fest.

Da passives Musikhören je nach Tempo des Stückes die Atmung und den Blutkreislauf unterschiedlich stark anrege, könnte Patienten mit Herzkrankheiten oder nach Herzinfarkten mit Musik geholfen werden, so die Wissenschaftler. Andere Studien haben bereits einen positiven Einfluss der Musik auf die Stresswahrnehmung und die körperliche Leistung beim Menschen und sogar auf die Milchproduktion von Kühen gezeigt.

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Luciano Bernardi ( Universität in Pavia) und Peter Sleight: Heart, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1136/heart.2005.064600 ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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