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Herzrythmus offenbart Sterberisiko

Höre, wie Dein Herz schlägt und wisse, wann Du stirbst. Für gesunde Menschen gilt dieser Zusammenhang zwar nicht, aber die Überlebensdauer von Patienten mit einer bestimmten Form von Herzinsuffizinez (CHF, congestive heart failure) können mit einer ausgefeilten statistischen Methode nun genauer abgeschätzt werden. Italienische Physiker berichten darüber in dem Fachblatt Physical Review E (Vol. 67, Art. Nr. 062901).

„Wir fanden eine Korrelation zwischen der Position einer bestimmten Herzschlagphase von CHF-Patienten und deren Sterberisiko“, schreiben Paolo Allegrini und Kollegen vom Institut für klinische Physiologie am Nationalen Forschungszentrum in Pisa. Nach Entwicklung eines theoretischen Modells zur Beurteilung von Langzeit-EKG bereits im letzten Jahr konnten sie ihre Erkenntnisse nun an betroffenen Patienten überprüfen.

Bei über 300 Testkandidaten analysierten sie mit der neuen statistischen Methode den Herzrhythmus. Besonders der zeitliche Abstand zweier so genannter R-Zacken im EKG (RR-Intervall) ging dabei als wesentlicher Messwert in das Analysemodell ein. Diese RR-Intervalle bieten einen verlässlichen Maßstab für die Beurteilung von Herzrhythmusstörungen.

Je nach Struktur der analysierten Herzrhythmusstörungen vermuteten die Forscher einen früher oder später eintretenden plötzlichen Herztod. Und ihre Spekulationen fanden tatsächlich bei der Beobachtung der Patienten ihre Bestätigung. Im statistischen Rahmen fügte sich der Sterbezeitpunkt in die Vorhersage aus dem Herzrhythmusmodell ein. „Die Effizienz dieses Kriteriums für das Sterberisiko sollte nun an einer viel größeren Zahl von Patienten überprüft werden“, meinen Allegrini und sein Team.

Bestätigt sich das statistische Modell auch bei einer groß angelegten Studie, könnte es eine wesentliche Grundlage für die Behandlung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen bieten. Je nach Ergebnis der Untersuchung könnten rechtzeitig geeignete Maßnahmen bis hin zur Herztransplantation unternommen werden.

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Herzrhythmusstörungen stellen eine äußerst bedrohliche Krankheit dar und können zum plötzlichen Herztod führen. So sterben in der Bundesrepublik Deutschland pro Jahr etwa 100.000 Patienten an einem Herz-Kreislauf-Stillstand, der in 65 bis 80 Prozent durch eine Rhythmusstörung hervorgerufen wird. Seit über 25 Jahren ist bekannt, dass das Ausmaß der Rhythmusstörungen wesentlich das Risiko für einen plötzlichen Herztod beeinflusst.

Jan Oliver Löfken
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