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HIV kam bereits 1968 in die USA

Der menschliche Stamm des Aids-Virus (HIV-1) gelangte bereits 1968 in die USA ? lange bevor in den 80er Jahren die ersten Aids-Fälle auftraten. Das hat ein internationales Forscherteam anhand von Gen-Sequenzen aus Blutproben der ersten Patienten gezeigt. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler um Kenneth E. Robbins vom „Center for Disease Control and Prevention“ in Atlanta im “ Journal of Virology “ (Band 77, Nr. 11).

Der als HIV-1 bekannte Stamm entwickelte sich bereits in den 40er Jahren aus einem Schimpansen-Virus und breitete sich dann über die ganze Welt aus. Wie das Virus jedoch in die Vereinigten Staaten gelangte, war Forschern bislang unklar. Der erste Aids-Fall in Amerika trat 1981 auf ? bei einer zehnjährigen Inkubationszeit muss sich der Patient damit bereits in den 70er Jahren infiziert haben.

Eine Hypothese besagt, dass der homosexuelle Steward Gaetan Dugas der Fluglinie „Canadian Air“ das Virus einschleppte und verbreitete. Aus ihrer Analyse von Blutproben der ersten Aids-Patienten aus den 80er Jahren entwerfen Robbins und seine Kollegen nun ein anderes Szenario ? nämlich, dass die Krankheit viele Male unabhängig voneinander nach Nordamerika gelangte. Schon in der frühen Epidemie-Phase fanden die Wissenschaftler Unterschiede in den Virus-Formen aus verschiedenen Städten. Sie mutmaßen nun, dass das Virus von Touristen aus Haiti eingeschleppt worden sein könnte. „Von da an breitete sich das Virus wie ein Feuer aus“, erläutern die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des Fachmagazins „Nature“.

Die Ergebnisse könnten auch Auswirkungen auf die zukünftige Behandlung von Aids-Patienten haben. Da die heute existierenden Stämme näher mit ihren jeweiligen Ursprungsformen verwandt sind als untereinander, sollten in der Zukunft entwickelte Impfstoffe auf der ursprünglichen Gen-Sequenz basieren. Die Entwicklung solcher Impfstoffe hat laut Marcia Kalish vom Wissenschafts-Team bereits begonnen.

ddp/bdw ? Christine Harbig
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