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Hoffnung auf Allergie-Impfstoff

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Credit: Thinkstock
Niesattacken, rote Augen und Triefnase – Heuschnupfen ist eine echte Plage und die Behandlungsmöglichkeiten lassen bisher zu wünschen übrig. Doch möglicherweise besteht nun Hoffnung: Ein Gräserpollenallergie-Impfstoff hat sich nach Angaben des Herstellers in einer klinischen Studie als wirksam und sicher herausgestellt. Eine baldige Zulassung scheint nun in Sicht. Die Details der Studienergebnisse werden laut der Firma Biomay demnächst in einem wissenschaftlichen Fachjournal erscheinen.

Bei dem Impfstoff namens BM32 handelt es sich um ein sogenanntes rekombinantes Vakzin, das auf einer Technologie basiert, die ursprünglich von Forschern der Medizinischen Universität Wien entwickelt wurde. Die Wirksubstanz ist ein Konstrukt aus verschiedenen Elementen: Ein Kern aus Hüllbausteinen eines Virus trägt Peptide, die auch an der Außenhülle der Pollenallergene vorkommen. An diese binden normalerweise körpereigene Antikörper der Allergiebetroffenen, und lösen so die überschießende Reaktion aus – den Heuschnupfen. In dem Impfstoff sind diese Peptide jedoch so verändert, dass die Antikörper nicht mehr andocken können. Durch diesen Trick bewirkt der Impfstoff BM32 eine Desensibilierung, ohne dass die Patienten währenddessen die typischen Symptome durchleiden müssen. Das Immunsystem stumpft für diesen Allergieauslöser ab, ohne dass der Spiegel der für die Allergie verantwortlichen Antikörper ansteigt, wie Biomay erklärt. Bisherige Studien hatten diesen Effekt bereits belegt – nun liegen offenbar neue überzeugende Daten vor.

Erfolgreiche Tests in elf Allergiezentren

An der von Johannes Ring von der Technischen Universität München koordinierten Studie nahmen elf führende Allergiezentren in Österreich, Deutschland, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Slowenien teil. Vor der Pollensaison 2013 erhielten insgesamt 181 Patienten entweder drei subkutane Injektionen mit dem Prüfpräparat oder mit einer wirkungslosen Kontrollsubstanz (Placebo). Nach einer Injektion im Herbst folgten drei weitere Gaben vor der Pollensaison 2014.

Den Auswertungen der Forscher zufolge zeichnete sich eine deutliche Schutzwirkung der Impfung ab, berichtet Biomay. Die Allergiesymptome waren demnach in den zwei Wochen mit der höchsten Pollenbelastung um 25 Prozent geringer ausgeprägt als bei der Placebo-Gruppe. Das spiegelte sich auch in den Ergebnissen von Lebensqualitäts-Fragebögen wider, welche die Probanden beantwortet hatten. Der Gebrauch von Medikamenten zur Linderung von Symptomen gingen ebenfalls deutlich zurück. Laut Biomay erwies sich die Behandlung mit BM32 außerdem als sehr sicher und gut verträglich. Die meisten Nebenwirkungen waren den Angaben zufolge mild oder mäßig und klangen schnell ab.

Weitere Allergie-Impfstoffe in Planung

„Wir sind sehr glücklich, dass wir mit unserem in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen Produkt BM32 nun den Nachweis der klinischen Wirksamkeit erbringen konnten“, kommentiert Rainer Henning von Biomay. Die Firma will nun so schnell wie möglich den Beginn von Zulassungs-Studien in der Phase III vorantreiben. Außerdem planen die Entwickler nun offenbar Nachfolgeprodukte: Sie sollen Hausstaubmilben-, Birkenpollen-, Ragweedpollen- und Katzenhaar-Allergien in die Schranken weisen können., so die Hoffnung.

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Quelle:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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