Hoffnung im Kampf gegen HIV - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin Umwelt+Natur

Hoffnung im Kampf gegen HIV

14-07-21 HIV.jpg
Credit: Thinkstock
Eine HIV-Infektion ist heute bereits kein Todesurteil mehr – moderne Medikamente können den Ausbruch der Immunschwäche AIDS verhindern. Doch eines können sie bisher nicht: Das Virus komplett aus dem Körper der Betroffenen vertreiben, denn der Erreger schlummert weiterhin im Erbgut befallener Zellen. Jetzt vermelden Forscher diesbezüglich einen vielversprechenden Erfolg: Es ist ihnen gelungen, die DNA des HI-Virus aus menschlichen Zellkulturen zu eliminieren. Das Verfahren könnte zu Therapien führen, die HIV-Infektionen heilen und verhindern. Bis dahin seien aber noch einige Hürden zu überwinden, sagen die Forscher.

Die sogenannte Hochaktive Antiretrovirale Therapie (HAART) hat sich in den letzten Jahren als großer Segen für HIV-Infizierte erwiesen: Sie kann den Ausbruch der Immunschwäche AIDS verhindern, indem sie die Entwicklung der Virenpartikel fortlaufend unterdrückt. Nehmen die Betroffenen täglich ihre Medikamente, können sie dadurch ein weitgehend normales Leben führen. Allerdings belasten Nebenwirkungen der Therapie ihre Gesundheit und außerdem sind die Medikamente teuer, was vor allem in Entwicklungsländern problematisch ist. 33 Millionen HIV-Infizierte weltweit hoffen deshalb auf bessere Lösungen.

Deshalb ist nun das große Ziel der HIV-Forschung, den Körper der Betroffenen wieder komplett vom Virus zu befreien. Doch das ist knifflig, denn der Erreger macht sich schwer zugänglich: Nachdem ein Viruspartikel in eine Zelle eingedrungen ist, baut es seine DNA dauerhaft in ihr Erbgut ein. Es wird dadurch gleichsam Teil der menschlichen DNA. Doch den Forschern um Kamel Khalili von der Temple University School of Medicine zufolge ist es offenbar möglich, den genetischen Infektionsherd wieder buchstäblich herauszuschneiden.

Molekulare Scheren beseitigen HIV

Sie berichten über den Einsatz von Enzym-Nucleotid-Kombinationen, welche die HIV-DNA gezielt im Erbgut infizierter Zellen erkennen und herauslösen können. Anschließend fügt das DNA-Reperatursystem der Zelle die losen Enden wieder zusammen und sie ist vom Virus befreit. Mit diesem Konzept haben die Forscher den Erreger bereits erfolgreich aus menschlichen Zellkulturen im Labor entfernt. Die genetischen Werkzeuge setzen den Forschern zufolge ausschließlich an einer DNA-Sequenz an, die nur im Erbgut des HI-Virus vorkommt, nicht aber im Genom des Menschen. So wird verhindert, dass sie gesunde DNA beschädigen. Den Ergebnissen zufolge könnte das Konzept auch Schutz vor HIV-Infektionen bieten: Zellen, die mit den Wirkstoffen ausgerüstet waren, zeigten sich immun gegenüber einer Infektion.

„Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Heilungsverfahren für HIV/AIDS“, sagt Khalili. Ihm zufolge müssen aber noch einige Herausforderungen gemeistert werden, bevor entsprechende Therapien für Patienten zur Verfügung stehen. Beispielsweise müssen die Forscher noch Verfahren entwickeln, die sichern, dass die Wirkstoffe auch jede infizierte Zelle im Körper erreichen. „Wir arbeiten an einer Reihe unterschiedlicher Strategien, so dass wir mit präklinischen Studien beginnen können“, sagt Khalili. „Das Ziel ist, jede einzelne Kopie des HI-Virus aus den Patienten zu entfernen. Ich glaube, unsere Strategie könnte das erreichen“, so der Forscher.

Anzeige

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Fer|ri…  〈in Zus.; Chem.; veraltet〉 Eisen(III)–Legierung od. Verbindung enthaltend, z. B. Ferrichlorid (Eisen(III)–Chlorid) [<lat. ferrum ... mehr

Bil|dungs|mi|nis|te|rin  〈f. 22〉 weibl. Bildungsminister

Ble|pilz  〈m. 1; Bot.〉 Blaufäule hervorrufender Schimmelpilz

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige