Hormone machen die Blase schwach - wissenschaft.de
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Hormone machen die Blase schwach

Eine Hormontherapie gegen Beschwerden in den Wechseljahren erhöht das Risiko für Blasenschwäche und verschlimmert die Symptome bei bereits vorhandener Harninkontinenz. Das legen die Ergebnisse einer umfangreichen Studie amerikanischer Mediziner nahe. Damit widerlegen die Forscher bisherige Annahmen, nach denen eine Östrogenbehandlung die Symptome einer Harninkontinenz verbessern sollte. Ihre Untersuchungen schildern Susan Hendrix von der Wayne-Staats-Universität in Detroit und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift JAMA (Bd. 293, S. 935).

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 27.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die zwischen 1993 und 1998 an einer von zwei groß angelegten amerikanischen Studien über die Auswirkungen von Hormontherapien bei Frauen in den Wechseljahren teilgenommen hatten. Beide Untersuchungen waren vorzeitig abgebrochen worden, da sich abzeichnete, dass die Behandlung mehr Schaden als Nutzen bringt.

Hormonbehandlungen verleihen keinerlei Schutz vor Blasenschwäche, fanden die Forscher heraus. Im Gegenteil: Frauen, die entweder mit Östrogen allein oder mit Östrogen und Progesteron behandelt worden waren, hatten im Vergleich zu Probandinnen, die ein wirkungsloses Placebo erhalten hatten, ein deutlich gesteigertes Risiko für eine Harninkontinenz. Beide Hormonbehandlungen verschlimmerten zudem die Beschwerden bei den Teilnehmerinnen, die bereits zu Beginn der Studie an Blasenschwäche litten. Am stärksten war der Zusammenhang für die so genannte Stressinkontinenz. Bei dieser Form der Blasenschwäche klagen die Betroffenen über unwillkürlichen Harnverlust bei körperlicher Anstrengung ? etwa bei Husten, Niesen und Lachen oder beim Heben schwerer Lasten.

ddp/wissenschaft.de ? Cornelia Dick-Pfaff
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