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Umwelt+Natur

"Hulk" lebt auf dem Meeresgrund

Wenn sich der Comic-Held Hulk von seiner schmächtigen Statur zu der eines riesenhaften Ungeheuers aufbläht, so sollte er aufgrund der Festigkeit des menschlichen Gewebes eigentlich zerplatzen. Ursache dessen ist der Umstand, dass die elastischen Eigenschaften des menschlichen Bindegewebes derartige Ausdehnungen nicht zulassen. Ein wirklicher „Hulk? lebt allerdings tief unterhalb der Meeresoberfläche, so Forscher des Hiram College im US-Bundesstaat Ohio. Sie haben herausgefunden, dass Seegurken die Elastizität ihres Bindegewebes innerhalb kurzer Zeit drastisch verändern können.

Dem Forscher Greg Szulgit zu Folge besitzen Seegurken eine spezielle Art von Bindegewebe, ein so genanntes „mutierbares kollagenes Gewebe?. Gewöhnlicherweise ist dieses Gewebe ebenso wie menschliches Bindegewebe relativ fest. Innerhalb von nur wenigen Sekunden kann es allerdings eine geleeartige Konsistenz annehmen, um kurz darauf schon wieder fest zu sein. Szulgit meint, dass dies die Bewegung sowie die Regenerationsfähigkeit der Seegurken erleichtert.

Die im Schnitt etwa vierzig Zentimeter langen Seegurken grasen gewöhnlicherweise den Meeresgrund ab. Dabei bewegen sie sich auf winzig kleinen Füßchen voran und nehmen das Plankton des Bodens auf. Sollte eine Seegurke einem Räuber zum Opfer fallen und einen Teil ihres Körpers verlieren, so kann sie sich innerhalb erstaunlich kurzer Zeit wieder regenerieren ? der fehlende Körperteil wird einfach wieder hergestellt.

Somit ist es kein Wunder, dass die Hollywood Produzenten des Hulkfilms zu Beginn einige Szenen eines Experiments mit Seegurken und anderen Weichtieren zeigen. Dabei haben sie sich bemüht, die biologischen Arbeitsmethoden so detailgetreu wie möglich darzustellen. Als Berater dienten unter anderem Szulgit selbst sowie die Biologin Magdalena Bak des benachbarten California Institute of Technology in Pasadena.

Stefan Maier
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