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Hunde haben einen Blick für Emotionen

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Versuchshund vor dem Touchscreen. Credit: Anjuli Barber, Messerli Research Institute
Auf diesem Bild schaut jemand fröhlich… auf dem anderen zornig: Wir erkennen am Gesichtsausdruck unserer Mitmenschen, in welcher Emotionslage sie sich befinden. Genau das beherrschen Hunde offenbar auch, belegen Experimente österreichischer Forscher: Die Vierbeiner können per Nasenstupser an einem Touchscreen zwischen wütenden und freundlichen Gesichtern unterscheiden. Den Wissenschaftlern zufolge führt die enge Mensch-Tier-Beziehung dazu, dass Hunde Aspekte der nonverbalen Kommunikation des Menschen verstehen.

Der beste Freund des Menschen im Fokus der Wissenschaft: Diesem Motto widmen sich Verhaltensforscher des Messerli Forschungsinstitutes in Wien schon seit einiger Zeit. Das Team um Ludwig Huber geht dabei der Frage nach, ob sich Hunde in die Gefühlswelt von Artgenossen oder Menschen einfühlen können. Sie haben in diesem Zusammenhang  bereits gezeigt, dass Hunde die Gesichter verschiedener Menschen auf Bildern unterscheiden können. Bei ihrer aktuellen Studie sind sie dabei nun weiter ins Detail gegangen: Sie präsentierten ihren Vierbeinern jeweils ein fröhliches und ein zorniges Frauengesicht nebeneinander auf einem Touch-Screen.

Hundenasen stupsen einen Touchscreen an

Die tierischen Probanden einer Versuchsgruppe bekamen eine Belohnung, wenn sie fröhliche Gesichter anstupsten. Einer anderen Gruppe hatten die Forscher hingegen beigebracht, auf zornige Gesichter zu reagieren. Um auszuschließen, dass sich die Tiere nur an kaum übersehbaren Bildunterschieden wie hervortretenden Zähnen oder Zornesfalten orientieren, zerteilten die Wissenschaftler die Bilder horizontal. Die Hunde bekamen währen der Trainingsphasen somit entweder nur die Augen- oder die Mundpartie zu sehen.

Die Auswertungen der Forscher zeigten: Die meisten Hunde lernten tatsächlich zwischen fröhlichen und zornigen Gesichtshälften zu unterscheiden. Dies gelang ihnen auch spontan bei komplett neuen Gesichtern und wenn die Wissenschaftler ihnen Gesichtshälften präsentierten, die sie in der Übungsphase nicht zu sehen bekommen hatten.

Mit fröhlichen Gesichtern klappt’s besser

Bei den Detailauswertungen zeigte sich zudem ein interessanter Aspekt: Hunde, die auf fröhliche Menschengesichter reagieren sollten, waren erfolgreicher, als jene, die nur die zornigen Gesichter anzeigen sollten. „Es sieht so aus, als würden die Hunde Hemmungen haben, zornige Gesichter anzustupsen“, sagt der Huber. „Wir gehen davon aus, dass die Hunde bei dieser Übung aus ihrer Erinnerung schöpfen. Sie erkennen einen Gesichtsausdruck, den sie bereits abgespeichert haben“, erklärt der Erstautor Corsin Müller. „Wir vermuten, dass Hunde, die keine Erfahrungen mit Menschen haben, schlechter abschneiden würden oder die Aufgabe gar nicht lösen könnten.“

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Tests mit Wölfen sollen folgen

Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde im Umgang mit dem Menschen auch ihren Sehsinn intensiv nutzen, obwohl sie eigentlich eher als  Hör – und Nasentiere gelten: Sie sind für die enorme Leistung ihres Geruchs- und Gehörsinns bekannt – der Sehsinn der Vierbeiner ist jedoch etwa sieben Mal schlechter entwickelt als bei uns. „Dass Hunde die menschliche Gefühlswelt auf diese Art wahrnehmen können, war bisher noch nicht bekannt. Um die Entwicklung dieser Fähigkeiten noch besser zu verstehen, wollen wir diese Tests am Touch-Screen in Zukunft auch mit Wölfen am Wolf Science Center durchführen“, so Huber.

Quellen:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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