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Impfung gegen Gürtelrose

Eine neue Impfung sagt der schmerzhaften Nerven- und Hautkrankheit Gürtelrose den Kampf an: Die Impfung senkt das Risiko für die Virenkrankheit um die Hälfte, haben amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Zudem lindert sie die Beschwerden der Patienten, die trotz Impfung an Gürtelrose erkranken.

Die Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das die Windpocken verursacht. Nachdem die Windpocken ausgeheilt sind, zieht sich das Virus zu sensorischen Nervenzellen in die Nähe des Rückenmarks zurück und überdauert dort schlafend. Ist das Immunsystem geschwächt, kann das Virus jedoch wieder aktiviert werden. Es vermehrt sich und schädigt die Nervenzellen, was zu starken Schmerzen führt. Dann wandert das Virus in die Haut und verursacht den für die Gürtelrose typischen Ausschlag, der erst nach rund zwei bis vier Wochen abheilt.

Die Forscher um Michael Oxman untersuchten in ihrer Studie mehr als 38.500 Frauen und Männer in einem Alter von über 60 Jahren. Der einen Hälfte der Probanden wurde einmalig eine spezielle Zoster-Impfung verabreicht, die eigens für ältere Menschen hergestellt worden war und wirksamer ist als die Windpockenimpfung. Die andere Hälfte der Probanden erhielt ein Placebo.

Die Impfung reduzierte die Häufigkeit der Gürtelrose um 51 Prozent, stellten die Forscher fest. Die Probanden, die trotz Impfung an der Gürtelrose erkrankten, hatten deutlich weniger Schmerzen als die Patienten aus der Placebo-Gruppe. Auch reduzierte die Zoster-Impfung die Anzahl der Fälle von so genannter postherpetischer Neuralgie (PHN) um zwei Drittel. Die PHN ist eine Form chronischer Nervenschmerzen in Folge einer Gürtelrose, wobei der Schmerz von den Patienten als brennend, pochend und stechend beschrieben wird. 90 Prozent der PHN-Patienten empfinden es schon als schmerzhaft, wenn nur ein Kleidungsstück den Körper berührt.

Die Zoster-Impfung rief bei den Probanden nur ganz schwache Nebenwirkungen hervor. Die Wissenschaftler betonen jedoch, dass die Impfung nur als Prävention von der Gürtelrose getestet wurde und nicht zur Behandlung bereits bestehender Gürtelrose oder PHN eingesetzt werden kann.

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Michael Oxman ( Universität von Kalifornien , San Diego) et al.: The New England Journal of Medicine, Bd. 352, S. 2271

ddp/wissenschaft.de ? Katharina Schöbi
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