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In Trance planlos

Hypnose hat tatsächlich einen unmittelbaren Effekt auf das Gehirn. Die Trance beeinflusst die Fähigkeit, künftige Aktionen zu planen, hat ein britischer Forscher anhand von Gehirnscans belegt. Dies wirkt sich bei leicht hypnotisierbaren Menschen anders aus als bei Menschen, die resistenter gegen eine Hypnose sind. Das berichtet der Online-Dienst des Fachmagazins Nature.

John Gruzelier vom Imperial College in London untersuchte 24 Freiwillige, von denen die Hälfte leicht, die andere Hälfte nur schwer zu hypnotisieren war. Er beobachtete die Hirnaktivität der Probanden, während sie eine bestimmte Aufgabe lösen sollten, bei der die geistige Flexibilität gestestet wird. Die Versuchsteilnehmer sollten Farben einordnen, deren Bezeichnungen in gegensätzlichen Farben präsentiert wurden ? zum Beispiel das Wort „grün“ in blauer Farbe.

Gruzelier führte diesen Test bei den Teilnehmern durch, bevor und nachdem diese eine Standardprozedur durchlaufen mussten, die sie in eine Trance versetzen sollte. Bei resistenten Probanden wurde der so genannte vordere Gyrus cinguli, eine Hirnregion, die für das Planen zukünftiger Aktionen zuständig ist, nach diesem Prozedere weniger stark aktiviert. Ihre Gehirne mussten sich demnach weniger anstrengen, um den Test zu absolvieren. Sie konnten offenbar leicht planen, wie diese Aufgabe zu erfüllen war.

Die leicht hypnotisierbaren Probanden zeigten dagegen in der Trance nach der Hypnotisierung eine stärkere Aktivierung dieses Areals. Sie hatten nun hart zu kämpfen, um ihre Aktionen zu planen, schließt Gruzelier. Der Forscher vermutet, dass die unter Hypnose eingeschränkte Fähigkeit, für sich selbst zu planen, die Menschen besonders leicht beeinflussbar macht, so dass sie eher den Anweisungen des Hypnotiseurs Folge leisten.

ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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