Infektionen schädigen Frühchen-Gehirne - wissenschaft.de
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Infektionen schädigen Frühchen-Gehirne

Nicht Sauerstoffmangel, sondern Infektionen sind die Hauptursache für Hirnschäden bei Frühgeborenen. Darauf deutet eine Studie amerikanischer Mediziner hin. Ärzte sollten daher ihre Aufmerksamkeit mehr auf Infektionen richten, die um den Zeitraum der Frühgeburt auftreten, empfehlen die Wissenschaftler. So ließe sich das Risiko für solche Schäden möglicherweise verringern. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin American Journal of Obstetrics and Gynecology (Online-Ausgabe vom 25. Oktober).

Die Forscher um Ernest Graham von der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hatten die Daten von 150 Frühgeburten ausgewerte, die zwischen 1994 und 2001 mit Schäden in der weißen Hirnsubstanz in der Johns-Hopkins-Klinik auf die Welt gekommen waren. Insgesamt drei Mal bestimmten sie den Umfang der Schäden mithilfe von Ultraschallmessungen.

Sie verglichen die Fälle dann mit denen von Frühgeborenen ohne Hirnschäden, um herauszufinden, welche Faktoren zu den Schäden führten. Hinweise auf einen Mangel an Sauerstoff fanden die Forscher nur bei drei bis sechs Prozent der Frühgeborenen. Dabei gab es keinen signifikanten Unterschied in der Sauerstoffversorgung der geschädigten und der gesunden Frühchen. Anders bei dem Test auf Infektionen: Frühgeborenen, bei denen die Wissenschaftler eine Infektion nachweisen konnten, hatten zwei- bis viermal häufiger auch Schäden an der weißen Gehirnsubstanz. Welcher Art die Infektion war, spielte dabei keine Rolle.

Der Schädigung der weißen Gehirnsubstanz ? eine sogenannte periventrikuläre Leukomalazie ? kann zu gestörten motorischen Fähigkeiten der Kinder führen und manchmal auch die geistige Entwicklung beeinträchtigen. Sie tritt bei etwa fünf Prozent der Frühgeborenen auf, die weniger als 1500 Gramm wiegen.

ddp/bdw ? Barbara Witthuhn
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