Invasiver Frosch bedroht Ökosysteme in Südaustralien - wissenschaft.de
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Invasiver Frosch bedroht Ökosysteme in Südaustralien

Frosch
Der Laubfrosch Litoria cyclorhyncha (Bild: University of South Australia /Christine Taylor

Im Süden Australiens bereitet eine invasive Froschart Biologen große Sorgen. Denn dieser bis zu acht Zentimeter große Laubfrosch breitet sich immer weiter aus und frisst dabei nahezu alles, was in sein Maul passt. Zudem kann er selbst Hitze gut standhalten und scheint vielen anderen Tierarten in seinen neue Habitaten überlegen zu sein. Die Wissenschaftler befürchten, dass Litoria cyclorhyncha bei weiterer Ausbreitung der Artenvielfalt Südaustralien stark schaden könnte.

Invasive Arten gelte als eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität – nach dem Menschen. Denn wenn sich Tier- oder Pflanzenarten in Gebieten ausbreiten, in denen sie ursprünglich nicht heimisch sind, haben sie oft keine natürlichen Feinde. Als Folge können sie heimische Konkurrenten verdrängen oder Beutetiere so dezimieren, dass sie an den Rand des Aussterbens kommen.

Gefleckter Laubfrosch erobert Südaustralien

Ein Beispiel für eine solche invasive Art kommt nun aus dem Süden Australiens. Dort beobachten Biologen mit Sorge den Vormarsch der Laubfroschart Litoria cyclorhyncha. Dieser bis zu achteinhalb Zentimeter lange Frosch ist am Rücken bräunlich mit grünen Flecken und trägt an den Innenseiten seiner Schenkel auffallende gelbe Punkte, denen er im Englischen den Namen „Spotted-thighed Tree Frog“ verdankt. Ursprünglich kam diese Froschart nur im äußersten Südwesten Australien vor, inzwischen aber hat er sich schon weit jenseits seiner alten Verbreitungsgrenzen etabliert.

„Dieser Laubfrosch ist sehr mobil“, erklärt Gunnar Keppel von der University of South Australia. „Er hat es schon jetzt geschafft, mehr als 2000 Kilometer weit zu wandern und in Streaky Bay eine Kolonie zu etablieren.“ Streaky Bay ist eine Bucht an der Eyre-Halbinsel in Südaustralien, deren einzigartige Natur durch mehrere Nationalparks geschützt ist. Wie die Forscher berichten, gibt es dort bereits mehr als tausend dieser invasiven Frösche. „Seine beträchtliche Toleranz gegenüber Salz und Hitze könnte dazu führen, dass der Frosch sein Gebiet noch weiter ausdehnt und weiter ostwärts bis ins Murray-Darling-Becken gelangt“, sagt Keppel. Dieses mehr als eine Million Quadratkilometer große Becken umfasst Australiens größtes Flusssystem und sein fruchtbarstes Gebiet.

„Fressmaschine“ mit langem Speiseplan

Das Problem daran: „Dieser Frosch ist eine wahre Fressmaschine – er verschlingt nahezu alles , was in sein Maul passt“, sagt Keppels Kollegin Christine Taylor. Im Rahmen einer Studie haben sie und ihr Team den Mageninhalt von 76 dieser invasiven Frösche in drei verschiedenen Lebensräumen untersucht – einem künstliche angelegten Feuchtgebiet, einem halbnatürlichen Buschland und einem städtischen Habitat. Dadurch konnten sie erstmals ermitteln, wie groß das Nahrungsspektrum von Litoria cyclorhyncha ist.

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Das Ergebnis: Im Schnitt hatte jeder untersuchte Frosch mindestens sechs halbverdaute Beutetiere im Bauch, was seine Gefräßigkeit bestätigt. Aber auch der Speiseplan ist immens: Die Biologen fanden Beute aus 200 verschiedenen Tierarten im Verdauungstrakt der Frösche. Rund 60 Prozent davon waren Insekten und Spinnen, aber auch Mäuse, Geckos und Jungfrösche anderer Arten hatten die Laubfrösche verschlungen. „Wir reden hier über einen relativ großen räuberischen Laubfrosch, der verheerenden Einfluss auf die von ihm eroberten Habitate haben könnte“, betont Taylor. „Denn dieser Frosch kann lokale Nahrungsnetze unterbrechen oder zerstören, heimischen Vögeln, Reptilien und Säugetieren die Nahrung wegfressen und sie so verdrängen.“

Wenn die Ausbreitung dieses invasiven Froschart nicht kontrolliert werde, könne sie zur Gefahr für viele Ökosysteme im Südosten Australien werden, warnen die Wissenschaftler. „Es ist essenziell, dass wir die Biodiversität Australien schützen. Daher sollte die Verhinderung einer weiteren Ausbreitung von Litoria cyclorhyncha eine hohe Priorität im Artenschutz bekommen“, sagt Keppel.

Quelle: University of South Australia; Fachartikel: Australian Journal of Zoology, doi: 10.1071/ZO19042

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